16.03.2007 Nachrichten>Deutschland
UNI München auf Hexenjagd nach sog. Islamisten
Appell vom Verfassungsschutz angeregt - Studenten
und Mitarbeiter sollen auf „Auffälligkeiten“ achten
Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ hat die Ludwig-Maximilians-Universität München ihre Mitarbeiter per E-Mail aufgefordert, muslimische Fundamentalisten zu melden. Laut der Zeitung heißt es in der Aufruf, dass „verdächtig erscheinende Wahrnehmungen, die Rückschlüsse auf eine islamisch-fundamentalistische Haltung zulassen“, unverzüglich mitzuteilen seien. Absender der Mail sei ein Abteilungsleiter, den die Universitätsleitung vor kurzem als Ansprechpartner für den bayerischen Verfassungsschutz ernannt habe. Der Kanzler der Uni, Thomas May, bestätigte der FTD, dass die E-Mail am Montag auf Anregung des Landesamts für Verfassungsschutz verschickt worden sei. Sie sei an einen breiten Adressatenkreis in der Universitätsverwaltung gerichtet. Darin würden die Mitarbeiter zu hoher Wachsamkeit aufgefordert. Sie sollten auf Studenten und Mitarbeiter achten, die sich durch besondere Verhaltensweisen, wie "einen Bruch im Lebenswandel, Gewaltbereitschaft, radikal-verbale Äußerungen oder Beschäftigung mit einschlägiger Literatur auffällig in Richtung islamischer Fundamentalismus verändern".
Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, kritisierte die E-Mail als "vollkommen überzogen". Ein solcher Aufruf erzeugt "ein Klima der Hexenjagd, das uns im Kampf gegen internationalen Terrorismus nicht weiterbringt".