19.03.2007 Nachrichten>Deutschland
Türken als Mieter unerwünscht
Laut einer Umfrage in Nordrhein-Westfalen haben Türken kaum Chancen, eine Wohnung zu finden

Die in Nordrhein-Westfalen durchgeführte Umfrage belegt, dass nur die Erwähnung eines türkischen Namens den Weg zur Wohnungsfindung erschwert. Die Umfrage wurde in zehn Städten, in denen viele Türken leben, über das Internet durchgeführt. Die Ergebnisse sind besorgniserregend und deuten darauf hin, dass diese Diskriminierung zu Gettoisierung führen kann. Der Verein Planerladen in Dortmund setzt sich mit Diskriminierungsfällen bei Migranten, die auf Wohnungssuche sind, auseinander und führte in diesem Rahmen die Umfrage durch. 42 Prozent der Vermieter antworteten nicht auf den Antrag von Türken. Hingegen gaben sie auf Antrag mit deutschem Namen ihre Zusage.

Prof. Dr. Reiner Staubach vom Planerladen e.V. erklärte: „Wir wählten Mittelschicht-Regionen aus und stellten zuerst mit türkischen Namen Anträge für 3-Zimmer Wohnungen. Die Hausbesitzer machten sich nicht die Mühe, zu antworten. Als wir für die selben Wohnungen mit deutschen Namen Anträge stellten, erhielten wir Zusagen oder Antworten, dass die Wohnung schon vergeben sei. Es ist ganz deutlich diskriminierend, anhand des Namens dermaßen zu handeln. Es wird weder auf die wirtschaftliche oder soziale Lage des Antragsstellers geachtet noch ob er deutscher Staatsbürger ist oder nicht.“

Staubach wies darauf hin, dass es für Wohnungssuchende Migranten kein Problem sei, in Regionen mit hohem Migrantenanteil eine Wohnung zu finden. Dies werde dann unmöglich, wenn sie versuchten, in Mittelschicht-Bezirken eine Wohnung zu mieten. Somit seien sie gezwungen, in bestimmten Regionen zu bleiben. Leider führe dies zu einer Gettoisierung.
Gleichzeitig machte Prof. Dr. Staubach deutlich, dass Annahmen, Migranten würden es selbst vorziehen, untereinander zu leben, nicht der Wahrheit entsprechen. Die Umfrage sei dahingehend wichtig, zu zeigen, dass Menschen aufgrund ihrer Namen diskriminiert werden. „Diskriminierung verstößt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Wir alle müssen etwas gegen dieses Problem tun“, so Staubach. (sa)


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