19.03.2007 Nachrichten>International
“Die Einheit Iraks hat höchste Priorität”
Der Generalsekretär der OIC spricht sich für die Einheit Iraks mit stabiler Regierung und demokratischer Gesetzgebung aus

Ekmeleddin Ihsanoglu, Generalsekretär der OIC, äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Die Einheit Iraks hat höchste Priorität“. Dafür müssten alle Gruppen im Irak und auch seine Nachbarländer mit der internationalen Gesellschaft zusammenarbeiten. Ein Bürgerkrieg im Irak würde den ganzen Nahen Osten negativ beeinflussen und das internationale Dasein bedrohen, so Ihsanoglu. In den vergangenen 14 Jahrhunderten der islamischen Geschichte habe keine vergleichbare Katastrophe, wie der Irak-Krieg, stattgefunden. „Der Grund für die schweren Ereignisse sind aufeinander folgende Fehlentscheidungen, Missverständnisse und falsche Herangehensweisen. Leider können wir in dieser Hinsicht auch weiterhin keine richtigen Schritte beobachten“, so Ihsanoglu.


Der Generalsekretär erklärte, dass die politischen Auseinandersetzungen im Irak rasant zunehmen. Streitigkeiten zwischen den Rechtsschulen, Selbstmordattentate und Angriffe auf religiöse Einrichtungen, sowohl auf muslimische, als auch auf nicht-muslimische Gebetshäuser, kosteten tausenden Menschen das Leben. Dieser außerordentliche Zustand verschlechtere sich immer weiter.

Ihsanoglu äußerte sich auch zu den Rückzugsplänen der Vereinigten Staaten und erklärte, dass ein voreiliger Rückzug eine weitere Fehlentscheidung wäre. Vorher müsse ein Sicherheitsapparat hergestellt werden, der aus nationalen und internationalen Kräften bestehen könnte. Nur durch eine solche Absicherung könne man das weitere Blutvergießen im Irak verhindern.

Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten hatten als Besatzungsgrund vermeintliche Massenvernichtungswaffen vorgebracht; bei deren Suche haben sie jedoch Rückschläge eingeräumt. „Ich gebe zu, dass wir sie nicht gefunden haben“, erklärte der britische Premier Tony Blair vor dem Unterhaus.

Ihsanoglu benannte die Bekämpfung radikaler Randerscheinungen, u.a. mittels den Kampf gegen den Hunger und durch die Verbesserung der Bildungschancen, als eine wichtige Mission der 57 Mitgliedsstaaten der OIC. Als Diskussionsstätte fördere eine internationale Fiqh-Akademie (Rechtsakademie) den theologischen Unterbau dieser Bemühungen. „Radikalität und Fanatismus stellen den Islam ins falsche Licht. Islamische Gelehrte haben hier die Aufgabe, die Religion, die als Barmherzigkeit für die Menschheit verkündet worden ist, richtig aufzuzeigen. Ihsanoglu beendete das Interview mit dem Koranvers: „Und wir entsandten dich (o Muhammed (saw) fürwahr als eine Barmherzigkeit für alle Welt“ (Al-Anbiya, 106). (sa)

 


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