23.05.2006 Nachrichten>International
IHRC kritisiert Einbürgerungstest für muslimische Einbürgerungsbewerber
Islamic Human Rights Commission (IHRC): „Deutsche Islampolitik zielt auf die Unterentwicklung der Muslime ab“

„Die meisten Fragen beim baden-württembergischen und hessischen Einbürgerungstest zielen darauf ab, den Muslim von seiner Religion zu trennen“, und „die deutsche Islampolitik zielt auf die Unterentwicklung der Muslime ab“, zu diesen Ergebnissen kam die Londoner Islamische Menschenrechtskommission, Islamic Human Rights Commission (IHRC), in ihrem Bericht zum baden-württembergischen und hessischen Einbürgerungstest.

Dem IHRC stellen die Tests zudem auch eine Gefahr für das Christentum und die Religiosität im Allgemeinen dar. In dem Bericht heißt es außerdem, dass das Stuttgarter Innenministerium eine gewisse Feindschaft gegenüber dem „traditionellen Verständnis des Korans“ habe und einen vermeintlich „aufgeklärten Euro-Islam“ bevorzuge. Wenn der Test mit Bibelversen beantwortet würde, könne er ebenfalls nicht bestanden werden. Jesu könne daher kein Deutscher werden, hieß es in dem Bericht.

Massoud Shadjareh, Vorsitzender der Kommission, kritisierte den deutschen Staatsapparat als „Brandstifter des sozialen Friedens und als die eigentliche Gefahr für das Grundgesetz“.

Einschränkungen wie das Kopftuchverbot oder die strengeren Einbürgerungsregeln führten zur Unterentwicklung der muslimischen Gemeinde und damit zu einem „deutschen Paris“ in zehn Jahren, sagte Shadjareh. Dadurch würden muslimische Eliten ins angelsächsische oder amerikanische Ausland auswandern. Übrig blieben dann diejenigen, die nicht das Sprach- und Bildungspotenzial haben, weiterhin Brücken zu bauen und den sozialen Frieden zu sichern. Shadjareh warnte: „Die deutsche Islampolitik scheitert stündlich.“ (hv)


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