25.05.2006 Nachrichten>International
Schweizer Geheimdienst wollte den Leiter des Islamzentrums in Genf eliminieren
Ein Ex-Spion des Schweizer Inlandgeheimdienstes sagte, er sei beauftragt worden, dem Leiter des Islamzentrums in Genf, Hani Ramadan, Beweise für terroristische Aktivitäten zu unterjubeln

Der Ex-Spion Claude Covassi hat angegeben, vom Inlandgeheimdienst DAP im Jahr 2005 beauftragt worden zu sein, dem Leiter des Islamzentrums in Genf, Hani Ramadan, Beweise für terroristische Aktivitäten zu unterjubeln. Covassi erklärte seinen Auftrag: „Ich sollte in die elektronische Datenbank des Islamzentrums die Namen von Muslimen einfügen, die von Genf aus in den Irak gingen. In Syrien sollte ich von künftigen Kämpfern verlangen, dass sie eine Art Testament zuhanden ihrer Familien schrieben. Und das in Form eines Briefs, in dessen Briefkopf die Adresse des Islamzentrums in Genf stand. Diese Briefe sollte ich unbemerkt im Büro von Hani Ramadan deponieren.“

Covassis Aussagen nach habe sein DAP-Führungsoffizier den Ziel der Aktion klar vorgegeben: „Hani Ramadan ist ein Ziel, das eliminiert werden muss.“ Covassi erklärte zudem, er könne seine Behauptungen mit Tonbandaufnahmen von drei Gesprächen mit dem DAP-Führungsoffizier beweisen.

Nach dem Auffliegen der Moschee-Affäre ist Covassi nach Ägypten geflüchtet. Er will jedoch in die Schweiz zurückkommen, um vor der Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) des Parlaments auszusagen. Der Leiter des Islamzentrums, Hani Ramadan, sagte, dass drei bis vier Leute bereit seien auszusagen, was Covassi im Islamzentrum machte und forderte: „Unsere Behörden müssen alles unternehmen, um ihn anzuhören und die Wahrheit herauszufinden. Ich befürchte, dass Covassi in ernsthafter Gefahr ist. Man muss ihn in die Schweiz holen, bevor es zu spät ist.“

Die zuständigen Bundesräte und auch die Geheimdienste wollten sich zu diesem Fall nicht äußern. Es gebe aber Hinweise, dass sich die Geschäftsprüfungsdelegation des Parlaments doch noch mit Covassi treffen will. (hv)


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