29.05.2006 Nachrichten>Deutschland
Islamrat begrüßt den Vorschlag für eine Islam-Konferenz
Islamratsvorsitzender: „ Das Angebot von
Bundesinnenminister Schäuble ist ein wichtiger Schritt in die Normalität“
Der
Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya,
begrüßte den Vorschlag von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble
für eine Islam-Konferenz im September, bei der Vertreter von Bund, Ländern
und Gemeinden mit den Vertretern muslimischer Organisationen zusammensitzen
werden. Kizilkaya sagte: „Die Politik hat die Muslime bisher regelrecht
ignoriert. Der Islam wird noch immer als „Auslandsreligion“ behandelt,
dabei ist er längst in Deutschland angekommen. Wir sind deutsche Staatsbürger,
das hat die Politik bisher nicht zu lesen verstanden. Das wird hoffentlich anders.
Es bewegt sich etwas. Und das ist wichtig und richtig.“
Der Islamratsvorsitzende sei zufrieden, dass nun endlich einmal mit den Betroffenen selbst gesprochen werde. „Bisher ist immer nur über uns gesprochen worden. Das freut und ermutigt uns für unsere Integrationsarbeit“, sagte er.
Kizilkaya kritisierte das Argument, es gebe keine Einigkeit unter Muslimen und somit keinen Ansprechpartner: „Es gab vielleicht nicht den einen Ansprechpartner, aber Ansprechpartner gab und gibt es. Es gab aber bisher auf der anderen Seite keine Islampolitik, sondern eine Politik der Distanzierung gegenüber dem Islam und auch gegenüber den Migranten.“
Das Angebot von Schäuble wertete er als einen wichtigen Schritt in die Normalität.
Ziel der Islam-Konferenz ist ein „Gesellschaftsvertrag“ mit den Muslimen in Deutschland. Darin geht es unter anderem um die flächendeckende Einführung eines islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen in deutscher Sprache und die Ausbildung muslimischer Religionslehrer und Imame in Deutschland. (hv)