17.05.2006 Nachrichten>Deutschland
Schlechte Bildungschancen für Migrantenkinder an deutschen Schulen
Nach einer Sonderauswertung der internationalen PISA-Studie sind die Bildungschancen für Migrantenkinder an deutschen Schulen schlechter als in anderen Ländern

Nach einer Sonderauswertung der internationalen PISA-Studie aus dem Jahr 2003, die kürzlich in Berlin vorgestellt wurde, sind die Bildungschancen für Migrantenkinder an deutschen Schulen schlechter als in anderen Ländern. Deutschland gehört somit zu den Staaten, in denen die Leistungsunterschiede zwischen Schülern mit Migrationshintergrund und den einheimischen Schülern am stärksten ausgeprägt sind. Für die Sonderauswertung wurden die Erfolgschancen von Migrantenkindern in 17 Ländern verglichen.

Die Untersuchungen der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) haben ergeben, dass über 25 Prozent der Schüler der ersten Generation, die nicht in Deutschland geboren sind und deren Eltern aus dem Ausland stammen, und über 40 Prozent der Schüler der zweiten Generation in Mathematik nicht das Basisniveau erreichen.

„Dabei sind die untersuchten 15-jährigen Migrantenkinder in Deutschland wie in den anderen Staaten hochmotiviert und zeigen ein hohes Maß an Lerninteresse“, sagte die Bildungsdirektorin der OECD, Barbara Ischinger und kritisierte die frühe Aufteilung von Schülern auf verschiedene Schulformen und die Konzentration von Migranten- und Problemkindern in den Hauptschulen.

Darüber hinaus hätten die Untersuchungen ergeben, dass es keinen grundsätzlichen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Zuwanderer und den Leistungsunterschieden zwischen ausländischen und einheimischen Schülern gebe und dass sich ein hohes Zuwanderungsniveau im Allgemeinen nicht negativ auf die Integration auswirke. Länder mit weitaus höheren Migrantenzahlen als Deutschland, wie etwa Luxemburg, Australien, Schweiz, Kanada oder Neuseeland, hätten deutlich bessere Werte bei ihren Integrationsbemühungen erzielt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte die Studie „ein erschreckendes Zeugnis einer verfehlten Schul- und Integrationspolitik“. (hv)


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