27.05.2006 Nachrichten>International
Bangladesch schiebt 21.000 Muslime nach Burma ab
Bangladesch zwingt 21.000 Muslime in den Verfolgerstaat
Burma zurückzukehren
Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) berichtete, sollen 21.000 muslimische Rohingya-Flüchtlinge von Bangladesch nach Burma zurückgeführt werden. „Die Rohingya zählen weltweit zu den am wenigsten bekannten Flüchtlingsgruppen, obwohl Hunderttausende aus Burma fliehen mussten“, sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius. In Burma werden die Rohingya wegen ihres muslimischen Glaubens und ihrer Abstammung massiv diskriminiert und verfolgt.
Die GfbV forderte in einem schreiben die Europäische Union und die Geberländer Bangladeschs auf, eine Zwangsrückführung der Flüchtlinge nach Burma zu verhindern und Bangladesch finanzielle Hilfe für die Betreuung der Rohingya anzubieten. Die GfbV befürchtet, dass weitaus mehr Flüchtlinge nach Burma zurückgeführt werden wie 21.000. I m Bezirk Cox´s Bazar entlang der Grenze zu Burma leben nämlich weitere 50.000 Rohingya-Flüchtlinge. Wegen schweren Menschenrechtsverletzungen in dem überwiegend buddhistisch geprägten Burma sind in den letzten 25 Jahren mehr als 300.000 Rohingya nach Bangladesch geflüchtet. Die meisten wurden jedoch wieder nach Burma zurückgeführt. Die Regierung in Burma verweigert den rund 700.000 Muslimen im Westen des Landes die burmesische Staatbürgerschaft und macht sie so zu Staatenlosen. Zudem sind die Muslime dort Pogromen der buddhistischen Mehrheitsbevölkerung und Massakern burmesischer Sicherheitskräfte ausgesetzt.
Den Rohingya wird es nicht erlaubt führende Positionen in Armee, Verwaltung und Wirtschaft einzunehmen. Außerdem werden sie bei der Vergabe von Arbeitsplätzen benachteiligt und von Behörden schikaniert. Im April dieses Jahres wurde ein Rohingya-Ehepaar zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil es angeblich ohne behördliche Genehmigung geheiratet habe. Drei Jahre hatten die Eheleute zuvor vergeblich auf die Erteilung einer Erlaubnis gewartet.
Nach Angaben der GfbV werde durch die gezielte Ansiedlung von Buddhisten den Rohingya ihre Heimat genommen und zugleich die Grenze zum Nachbarland Bangladesch gesichert, um die Flucht weiterer Muslime zu verhindern. (hv)