23.05.2006 Nachrichten>Deutschland
Fremdenfeindlicher Angriff auf Berliner Abgeordneten
Berliner Abgeordneter Giyasettin Sayan wurde von zwei Rechtsextremisten angegriffen und schwer verletzt

Der Berliner Abgeordnete Giyasettin Sayan wurde zum Opfer eines fremdenfeindlichen Angriffs. Laut der Polizei beschimpften ihn seine Angreifer mit den Worten „scheiß Ausländer, scheiß Türke“ und schlugen auf ihn ein. Daraufhin ergriffen die beiden Männer zwischen 20 und 25 Jahren die Flucht. Sayan sei anschließend mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Berlins Bürgermeister Wowereit verurteilte „diese übelste Form der Gewalt auf das Schärfste“. Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, die Sayan bereits im Krankenhaus besuchte, sagte: „Der feige Überfall beweist einmal mehr, wie unsinnig der Medienstreit über die Heye-Äußerungen ist.“

Der Ex-Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye hatte kürzlich afrikanische Besucher der Fußball-WM vor bestimmten ostdeutschen Regionen gewarnt, weil sie diese Orte möglicherweise lebend nicht mehr verlassen würden.

Grünen-Chefin Claudia Roth wertete den Fall als ein Zeichen dafür, dass es ein flächendeckendes, gravierendes rechtsextremistisches Gewaltproblem in Deutschland gebe. „Es ist erschütternd und empörend, dass Giyasettin Sayan mitten in der Bundeshauptsstadt Opfer eines brutalen, rassistischen Anschlags geworden ist“, sagte sie. Sayan, der seit mehr als 30 Jahren in Deutschland lebt, ist vor allem in der Ausländerpolitik tätig. Er ist migrationspolitischer Sprecher der Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus und Mitglied des Parlamentspräsidiums. (hv)


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