21.05.2007 Nachrichten>Deutschland
Kinder aus Migrantenfamilien werden häufiger krank
Bei 22 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen
wurden psychische Auffälligkeiten wie Ängste und Depressionen festgestellt
Eine
bundesweite Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI), die Gesundheitsministerin
Schmidt am Mittwoch in Berlin vorstellte, zeigt, dass Kinder aus Migranten-
oder sozial schwachen Familien häufiger krank werden. Der Kinder- und Jugend-Gesundheitsstudie
(KIGGS) des RKI zu Folge haben mehr als ein Fünftel der Kinder zwischen
sieben und 17 Jahren psychische Auffälligkeiten wie Ängste und Depressionen,
15 Prozent der Jugendlichen seien übergewichtig. Die häufigsten Krankheiten
seien Bronchitis (13,3 Prozent) Neurodermitis und Heuschnupfen. Jeder fünfte
Jugendliche rauche und etwa 22 Prozent der Jugendlichen von 11 bis 17 Jahren
hätten Essstörungen.
Die Untersuchungen ergaben, dass Kinder aus Einwandererfamilien weniger zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und häufiger krank sind. Sie würden seltener gestillt, geimpft oder zum Arzt gebracht. Außerdem sei auch das Unfallsrisiko bei ihnen höher. Auch würden Migrantenkinder häufiger rauchen. Der Anteil derjenigen mit Übergewicht und Essstörungen sei bei Migrantenkindern deutlich höher wie bei Kindern aus sozial bessergestellten Schichten.
Die KIGGS-Studie ist bisher die größte deutsche Kinder- und Jugend-Gesundheitsstudie und wurde von der Bundesregierung in Auftrag gegeben. Dafür wurden zwischen 2003 und 2006 rund 18 000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren untersucht. (hv)