Freitag 23. Mai 2008
Hutba – Die Bedeutung der Familie im Islam und die Gründe ihres Zerfalls

Der Schutz der Familie in einer Zeit, in der sie den Anforderungen des modernen Lebens ausgesetzt ist, ist nur durch die Rückbesinnung auf die ursprünglichen religiösen Werte möglich.

Verehrte Geschwister,

wie wir wissen, ist die Familie das Fundament der Gesellschaft. Die Betrachtung der Familie hinsichtlich ihrer Werte macht es möglich, die Zukunft einer Gesellschaft abzuschätzen. Denn Werte sind das Kriterium, die der Kultur und der Gesellschaft Sinn verleihen. Die Werte von denen wir hier sprechen, sind jedoch solche mit einem göttlichen Ursprung und werden üblicherweise als „geistige Werte“ bezeichnet. Für eine muslimische Gesellschaft, deren Identität von der Religion ausgeht, ist der Islam der Maßstab aller Werte. Im Vers „O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah geziemend, und sterbt nicht anders denn als Muslime.“ (Sure Âl-i Imrân, [3:102]) wird darauf hingewiesen, dass man zwar einiges verlieren kann, aber es wichtiger als alles andere ist, den Islam anzunehmen.

Verehrte Geschwister,

die Familie im Islam ist heilig. Diese Heiligkeit erhält sie vom Koran und der Sunna, die wiederum den höchsten Maßstab der Werte darstellen. So wird im Koran wie folgt auf die Bedeutung der Ehe aufmerksam gemacht: „Und Allah gab euch Ehepartner aus euch selbst und gab euch durch eure (Ehe-) Partner Söhne und Enkel und versorgte euch mit Gutem. Wollen sie da an das Falsche glauben und Allahs Gnade verleugnen?“ (Sure Nahl, [16:72]) Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) hat selbst geheiratet und mit folgenden Worten zur Heirat motiviert: „Wer in der Lage ist zu heiraten und es nicht tut, gehört nicht zu mir (meiner Umma).“ (Bajhâkî, Tabarânî)

Die materialistische Weltanschauung, die sich seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts etabliert hat, hat unsere Kultur, unsere Gedankenwelt und insbesondere unser Familienleben so stark beeinflusst, dass es zur Veränderung des Familienverständnisses kam. Vor allem die mit der Globalisierung zusammenhängende zunehmende Vielfalt hinsichtlich der Kommunikationsmittel hat – auch wenn sie im Wesentlichen von Vorteil für die Menschen ist – unsere Tradition, unser Moralverständnis und unsere Kultur stark beeinflusst. Der deutlichste Beleg dafür ist unter anderem die steigende Zahl der Scheidungen. Zu den Gründen von Scheidungen zählen unter anderem die Unwissenheit, die Auffassung, dass man tun könne, was man wolle, die Übertretung der Grenzen des Erlaubten, der Einfluss von Fernsehserien, der Ehebetrug, die übertriebene Orientierung an weltlichen Dingen und der von der Werbung angestachelte Konsumwille.

Verehrte Geschwister,

der wichtigste Grund, der hinter der Zerstörung einer Familie liegt, ist die Vernachlässigung der Familie vonseiten des Ehemannes. Der Ehemann vernachlässigt seine Familie, um beispielsweise mehr zu arbeiten und mehr Geld zu verdienen oder einfach nur nutzlosen Aktivitäten nachzugehen. Dabei wurden die Aufgaben des Ehemannes gegenüber seiner Frau und umgekehrt im Islam umfassend festgelegt. In den meisten Fällen ist es so, dass man diese Bestimmungen nicht kennt, versäumt oder missachtet. Also ist es von großer Bedeutung, dass die Einzelpersonen ihre Pflichten und Verantwortungen kennen und einhalten. Die Zukunft und das Glück der Familie hängt davon ab und der Zerfall der Gesellschaft, die die „geistigen Werte“ missachten, ist nicht zu verhindern.

Aus all diesen Gründen verehrte Geschwister,

ist Errettung nur möglich, wenn der Mensch der göttlichen Botschaft Gehör schenkt, dem Leben also Sinn verleiht. Der Schutz der Familie in einer Zeit, in der sie den Anforderungen des modernen Lebens ausgesetzt ist, ist nur durch die Rückbesinnung auf die ursprünglichen religiösen Werte möglich.

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Freitag 16. Mai 2008
Hutba – Kommunikationsprobleme in der Familie

Es kann auch vorkommen, dass sich zwei Menschen, die sich stundenlang im selben Raum aufhalten, kein Wort miteinander wechseln, danach aber der Mann oder die Frau die Nacht vor dem Computer verbringt, weil er oder sie glaubt, die benötigte Zuneigung dort finden zu können.

Verehrte Muslime,

Kommunikation ist die bewusste oder unbewusste Vermittlung von Informationen und Gefühlen. Menschen sind erst in der Lage, eine harmonische Gemeinschaft zu bilden, wenn sie miteinander kommunizieren können. Nur die Gesellschaft, zwischen dessen Mitgliedern eine gesunde Kommunikation gegeben ist, ist eine intakte Gesellschaft. Die Familie indes, dessen Aufgabe darin besteht, die Entwicklung jedes Familienmitgliedes zu fördern, ist die kleinste und zugleich einflussreichste Einheit der Gesellschaft. Entwicklung wiederum kann nur gegeben sein, wenn die Bedürfnisse jedes Individuums erfüllt werden. Die Kommunikation innerhalb der Familie gehört zu diesen Bedürfnissen. Dabei kommt es weniger auf die Form dieser Kommunikation an als darauf, dass sie ununterbrochen fortgesetzt wird.

Verehrte Geschwister,

in der Familie ist die Kommunikation zwischen Vater und Mutter ausschlaggebend. Diese muss gegeben sein, da sowohl die Harmonie des Familienlebens als auch die psychologische Entwicklung der Kinder von dieser abhängig sind. Das aufrichtige Verhältnis von Vater und Mutter ist ausschlaggebend für die Kommunikation unter ihnen und ebenso wichtig für die Fähigkeit der Kinder, ihre Bedürfnisse mitteilen zu können. Aus diesem Grund dürfen die Probleme der Familie nicht verschwiegen werden. Vielmehr müssen sie in angebrachter Weise besprochen und gemeinsam gelöst werden. Nur dann kann von einer gesunden Kommunikation in der Familie gesprochen werden. Forschungsergebnissen zufolge ist erwiesen, dass die Entwicklung eines Neugeborenen von der Zuneigung abhängig ist, die ihm entgegengebracht wird. Je mehr man mit einem Neugeborenen spricht und sich um es kümmert, desto gesunder verläuft seine psychologische und sprachliche Entwicklung.

Verehrte Muslime,

ein bedeutender Punkt der Kommunikation, insbesondere in der Familie, ist die grundlegende Eigenschaft, sich in die Situation des Anderen zu versetzen. In diesem Sinne muss der Gegenüber als eigenständige Person respektiert werden und ihm der Wert beigemessen werden, der ihm gebührt. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist Kommunikation die Fähigkeit, sich dem Partner gegenüber wahrhaftig und natürlich zu verhalten. Hierbei ist uns der folgende Vers ein Wegweiser: „Sie sind euch ein Kleid, und ihr seid ihnen ein Kleid…“ (Sure Bakara, [2:187]) Indes gibt uns der Gesandte Gottes Muhammad (saw) den folgenden Rat: „Wenn sich der Ehemann und die Ehefrau liebevoll ansehen, betrachtet sie Allah mit Barmherzigkeit. Wenn der Mann die Hände der Frau hält, gleiten die Sünden beider zwischen ihren Fingern hindurch.“ (Munâwî, Fajzu’l-Kadîr, II, 333, Hadîth Nr. 1977)

Verehrte Geschwister,

ein anderer wichtiger Punkt der Kommunikation ist, dass die Ehepartner bzw. Familienmitglieder die Leistungen des Anderen anerkennen und loben. Wie viele Eltern und Kinder gibt es doch, die die Leistung der anderen nicht würdigen? Die Person, die eigentlich Lob und Anerkennung erwartet, wird mit dem Gegenteil konfrontiert und erlebt eine Enttäuschung. Folglich versucht sie woanders Anerkennung und Bestätigung zu finden. An dieser Stelle kommen oft andere Formen der Kommunikation wie das Telefon, das Internet oder das Fernsehen ins Spiel. Es kommt sogar vor, dass durch diese Medien, die an sich von großem Wert sein können, das Mittel zur Zerstörung der Familie sein können. Es kann auch vorkommen, dass sich zwei Menschen, die sich stundenlang im selben Raum aufhalten, kein Wort miteinander wechseln, danach aber der Mann oder die Frau die Nacht vor dem Computer verbringt, weil er oder sie glaubt, die benötigte Zuneigung dort finden zu können.

Wenn man jedoch die Empfehlungen und Handlungen des Propheten betrachtet, wird man feststallen können, wie gut er die Psyche des Menschen kannte. So besuchte er jeden Morgen und jeden Nachmittag seine Gemahlinnen und erkundigte sich nach ihrem Befinden. Er fragte sie nach ihren Bedürfnissen und teilte ihre Sorgen. Er erwies ihnen Respekt und bestätigte ihre Leistungen. Dadurch gab er ihnen die Anerkennung, die sie benötigten. Deshalb führten sie ein glückliches, wenn auch bedürftiges Leben. Aîscha (ra), in dessen Haushalt drei Tage lang kein Essen zubereitet wurde, sagte: „Der Prophet war der Mensch, der, wenn er mit seinen Gemahlinnen allein ist, sie durch seine Worte und Handlungen spüren ließ, dass er sie wertschätzte.“ (Buchârî, Adab 40; Tirmizî, Kijâma, 45)

Aus diesem Grund müssen wir angesichts der Zerrüttung der Familie unser Familienleben aufrecht erhalten. Wir müssen uns von nutzlosen Dingen fernhalten und uns fragen, was unsere Ehepartner und Kinder von uns erwarten und unsere Geschwister dazu motivieren auch in diesem Sinne zu handeln.

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Freitag 09. Mai 2008
Hutba – Eine Gefahr für die Familie: Das Chatten

Die gegebene Möglichkeit auf diese Weise schnell mit einer Frau oder einem Mann in Kontakt zu treten, kann zu schwerwiegenden Probleme führen und sogar bestehende Familien zerrütten.

Verehrte Muslime,

das Gebot der folgenden Koranverse, in denen es darum geht, dass es nicht gestattet ist, Verbotenes (Harâm) anzusehen, ist eindeutig: „Sage den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist geziemender für sie. Siehe, Allah kennt ihr Tun. Und sage den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke senken und ihre Keuschheit wahren und ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen, außer was (anständigerweise) sichtbar ist; und dass sie ihre Tücher über ihren Busen schlagen …“ (Sure Nûr, [24:30][24:31]) Der Islam gibt den Muslimen einen Rahmen für die Beziehung von Mann und Frau an die Hand. Die Übertretung seiner Gebote führt zu Unheil und zu Zerrüttung der Werte der Familie und der Gesellschaft.

Verehrte Geschwister,

im Falle einer ernsten Heiratsabsicht können sich Mann und Frau im Rahmen eines Treffens kennenlernen, soweit das Zusammensein den Maßstäben entspricht. Hierzu sagte der Gesandte Gottes Muhammad (saw): „Wenn einer von euch eine Frau zu heiraten beabsichtigt, darf er diejenigen Eigenschaften (der Frau) betrachten, die ihn in seiner Absicht bestärken.“ (Abû Dâwûd, Nikâh, 18; Tirmizî, Nikâh, 5) Des Weiteren empfahl er seinem Gefährten Schûba bin Mugîra (ra), der eine Frau zu heiraten beabsichtigte: „Geh zu ihr. Denn, dass ihr euch seht, wird euch einander näher bringen.“ (Muslim, Nikâh, 74, 75; Ibni Mâdscha, Nikâh, 9) Außerdem ist es gestattet, dass sich ein Mann und eine Frau, die sich nicht kennen, im Rahmen des Erlaubten miteinander sprechen, telefonieren oder via Internet kommunizieren, um etwa eine Frage zu stellen, eine Information einzuholen oder ein Geschäft abzuwickeln.

Aber eine Form der Kommunikation, die sich auch negativ auf die muslimische Gesellschaft auswirken kann, ist das sogenannte „Chatten“. Dabei geht es in erster Linie um einen reinen Zeitvertreib, doch gibt es sogar Menschen, die auf diesem Wege einen Ehepartner suchen. Die gegebene Möglichkeit auf diese Weise schnell mit einer Frau oder einem Mann in Kontakt zu treten, kann zu schwerwiegenden Probleme führen und sogar bestehende Familien zerrütten. Eine solche Beziehung kann sowohl der einzelnen Familie, als auch der Gesellschaft schaden. Solch ein Verhältnis beginnt meist mit einer harmlos erscheinenden Neugier, gefolgt von der Kontaktaufnahme via Schrift und Bild, und zerstört schließlich eine jahrelange fortgeführte Ehe. Insbesondere die Kinder leiden unter einer Scheidung, während die betreffenden Personen ihr geistiges Gleichgewicht verlieren. Manchmal kommt es sogar zu Familiendramen.

Verehrte Geschwister,

von solch einem Problem sind selbst die konservativsten Familien betroffen. Auf unschuldige Weise versuchen Menschen mit netten und schmeichelhaften Worten die Gefühle des Gegenübers zu beeinflussen und ebnen somit den Weg zu folgenreichen Problemen. Wie kann man solchen Menschen, die sich hinter einem Pseudonym verstecken, überhaupt Vertrauen schenken? Trotz der eindeutigen Antwort auf diese Frage, erfahren wir immer wieder von Irreführungen, die mit einem Drama für die gesamte Familie enden.

Unter Unzucht (Zinâ) ist nicht nur der außereheliche Geschlechtsverkehr zu verstehen. Unser Herr gebietet „Und kommt der Unzucht nicht nahe. Das ist fürwahr etwas Schändliches und ein übler Weg.“ (Sure Isrâ, [17:32]) und schreibt also vor, nicht einmal in die Nähe dieser Sünde zu kommen. Daraus ist zu folgern, dass auch die Wege, die zu ihr führen, verboten sind. So kann also auch das Chatten eine Form der Unzucht sein. In vielen Hadîthen hat der Gesandte Gottes auf die Unzucht und die Wege, die zu ihr führen, hingedeutet: „Wer Frauen und Mädchen verführt, gehört nicht zu uns.“ (Ahmad bin Hanbal) „O ihr Jugendlichen, bewahrt eure Würde, begeht keine Unzucht. Zweifelslos steht demjenigen, der seine Würde bewahrt, das Paradies zu.“ (Hâkim) „Heiratet und lebt anständig, um vor Schlechtem geschützt zu sein.“ (Ibni Asâkir)

Also, verehrte Geschwister,

müssen wir Acht geben, dass unsere Mitmenschen nicht zu solchen Sünden verleitet werden und unter den schweren Folgen zu leiden haben. Wir dürfen nicht gutheißen, dass unter dem Deckmantel von Bezeichnungen wie „Liebe“ oder „Flirten“ Möglichkeiten für uneheliche Beziehungen eröffnet werden. Zumindest in unserer unmittelbaren Umgebung müssen wir darauf achten. Wir sind verpflichtet, unsere Mitmenschen zum Guten zu führen und sie vor schlechten Dingen zu warnen. Lasst uns unseren Herrn bitten, dass er uns im Diesseits ein sorgenfreies Leben beschere und wir mit Zufriedenheit ins Jenseits gelangen können.

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Freitag 02. Mai 2008
Hutba – Das Diesseits ist eine Prüfung

Die Menschen sind im Grunde jeden Tag von Neuem Zeugen der Prüfung, die ihnen Allah auferlegt hat. Doch leider kann man nicht sagen, dass sie sich dadurch belehren lassen.

Verehrte Muslime,

„Das Diesseits ist eine Prüfung. Was heute anderen widerfährt, kann morgen uns passieren.“ Diese Sätze geben eigentlich alles wider, was in dieser Hutba gesagt werden soll.

Die gesamte Welt und unser Leben ist eine Prüfung. Am besten gibt das folgende Verse zur Sprache: „Und wahrlich, Wir werden euch mit Furcht prüfen sowie mit Hunger und Verlust an Besitz und Menschenleben und Früchten; doch verkünde den Standhaften Heil.“ (Sure Bakara, [2:155]) „Segensreich ist Der, in Dessen Hand die Herrschaft ist und Der Macht hat über alle Dinge; Der Tod und Leben schuf, um zu prüfen, wer von euch am besten handelt. Und Er ist der Erhabene, der Verzeihende.“ (Sure Mulk, [67:1][67:2])

In diesen Versen gebietet unser Herr, dass er es ist, der uns Leben, Besitz, Sicherheit, Kinder und viele andere Gaben beschert und uns einer Prüfung unterzieht, indem er diese Gaben wieder wegnimmt. Er verheißt uns, dass diejenigen, die Gutes tun und geduldig sind, diese Prüfung bestehen werden. So ist also alles, was mit unserem Leben zusammenhängt, eine Gabe und gleichzeitig Gegenstand der Prüfung.

Verehrte Geschwister,

im Grunde sind wir jeden Tag von Neuem Zeugen dieser Prüfung. Doch leider kann man nicht sagen, dass die Menschen sich dadurch belehren lassen. Eine Lehre aus der Vergangenheit zu ziehen, würde heißen, bei jeder Entscheidung zu hinterfragen, ob man durch die Folgen dieser Entscheidung nicht denselben Fehler begeht, den andere schon vorher begangen haben. Aus diesem Grund wird im Koran oft vom schlimmen Ende im Diesseits und im Jenseits der Menschen gesprochen, die die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel benutzt haben, um sich gegen Allah aufzulehnen und ihre Mitmenschen zu unterdrücken und es unterlassen haben, den Bedürftigen zu helfen. Gleichzeitig wird aber vom glücklichen Ende der Menschen berichtet, die dieselben Mittel in Übereinstimmung mit Allahs Willen eingesetzt, ihren Mitmenschen gute Dienste geleistet und den Bedürftigen geholfen haben. Leider sieht es heute so aus, dass ein Teil der Menschheit sehr wohlhabend ist und sie ihr Reichtum beinahe gelähmt hat, während ein anderer Teil in ärmsten Verhältnissen lebt, Hunger leidet und mit Krankheiten zu kämpfen hat. Doch die Menschheit, die in einer immer kleiner werdenden Welt lebt, sieht nicht hin.

Verehrte Geschwister,

als Muslime, die an eine Prüfung glauben, können wir uns selbstverständlich nicht so verhalten. Denn wir glauben an die Weisheit, die hinter folgendem Vers steckt: „Sprich: „O Allah, Herrscher aller Herrscher! Du gibst (irdische) Herrschaft, wem Du willst, und nimmst die Herrschaft, wem Du willst. Und Du ehrst, wen Du willst, und demütigst, wen Du willst. In Deiner Hand ist das Gute. Wahrlich, Du hast Macht über alle Dinge.“ (Sure Âl-i Imrân, [3:26]) Deshalb werden wir uns bis zum Ende unserer Kräfte bemühen, Gutes zu tun, und darauf hoffen, dass uns alles Gute, was wir getan haben, vergolten wird und wir zu denen gehören, die in folgendem Vers erwähnt werden: „Und wetteifert um die Verzeihung eueres Herrn und einen Garten, der weit ist wie die Himmel und die Erde, bereitet für die Gottesfürchtigen, die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben – und Allah liebt die Gutes Tuenden.“ (Sure Âl-i Imrân, [3:133][3:134]) Bevor wir unsere Hutba mit einem Hadîth beenden, bitten wir Allah, dass er uns zu denen zähle, die seine Zufriedenheit erlangen. Denn der Prophet sagte: „Vernünftig ist, wer seine Triebe zügelt, sie innerhalb der Grenzen Allahs hält und sich für das Leben nach dem Tode bemüht. Schwach ist, wer sich seinen Trieben hingibt und dann auf Allahs Gnade hofft.“ (Tadsch, 5/212)


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