News-Archiv
November 2005
15.11.2005 | Nachrichten>International
Leyla Sahin: „Ich bin auch Bürger dieses Landes“
Leyla Sahin träumt davon, einmal
in die Türkei zurückzukehren, um für ihr Land zu dienen
Nachdem
Leyla Sahin von Vorlesungen und Prüfungen an der Istanbuler Medizinhochschule
ausgeschlossen worden war, klagte sie vor dem Europäischen Gerichtshof
für Menschenrechte (EGMR). Das Gericht entschied zu Ungunsten der Klägerin,
woraufhin sie in Berufung ging. Das neue Urteil bestätigte jedoch die erstinstanzliche
Entscheidung. In einer Presseerklärung sagte die Betroffene: „Während
es kein europäisches Land gibt, das eine Kopftuchverbot an Hochschulen
hat und auch keins in Gespräch ist, erklärte das Gericht das Kopftuchverbot
für verfassungskonform. Es ist traurig zu hören, dass die Türkei
allein `ihren Umständen` entsprechend das Verbot ausführen könne.“
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15.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Berliner Polizei nimmt Demonstranten fest, die gegen Menschenrechtsverletzungen
in China protestieren
Nach einer Menschenrechtsaktion der Gesellschaft
für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Besuches des chinesischen
Staatspräsidenten Hu Jintao in Berlin, hat die Polizei 40 uigurische Flüchtlinge
festgenommen
Zum
Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Berlin protestierte
die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), zusammen mit aus China
geflüchteten Uiguren und Mongolen gegen die Menschenrechtsverletzungen
in China. Der Protest richtete sich ebenfalls gegen die Internetzensur in China,
wodurch über Menschenrechtsverletzungen an ethnischen und religiösen
Minderheiten nicht berichtet werden kann. Nach dem Protest wurden 40 Uiguren
festgenommen. ![]()
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14.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Blumen - die schönste Sprache der Welt
Studenten der Johann Wolfgang Goethe
Universität Frankfurt/Main teilten anlässlich des Ramadan-Fests der
Muslime Rosen und Bonbons auf dem Campus aus
In Zeiten, in denen offener und kritischer Dialog der Religionen und Kulturen
nie so wichtig war wie heute, bemühten sich engagierte Studierende der
Johann Wolfgang Goethe (JWG) Universität Frankfurt/Main muslimischen Glaubens,
einen demonstrativen Beitrag zur Dialogarbeit zu leisten.
Mit Idul-Fitr feierten Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan.
Studierende der JWG wollten nicht nur mit Familie und Freunden feiern. Mit roten
Rosen und süßen Bonbons ausgestattet gingen sie am zweiten Tag des
Ramadanfests auf den Uni-Campus und überraschten vorbeigehende Passanten
mit den Präsenten. Muslime wie auch Nicht-Muslime nahmen die Geschenke
gerne entgegen, wobei manch einer dem Anlass nicht kundig war. ![]()
14.11.2005 | Nachrichten>International
Europäischer
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) handelt zwiespältig
Die Türkei wird aufgrund der Diskriminierung
von religiösen Minderheiten und der Gleichgültigkeit gegenüber
der Religionsfreiheit von dem EGMR des öfteren ermahnt. Hat selbst aber
im Fall Leyla Sahin versagt
Das
Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) im
Fall Leyla Sahin ist mit Religions-, Handlungs- und Bildungsfreiheit nicht zu
vereinen. Dass die Richter in dem Kopftuchverbot an türkischen Hochschulen
keinen Verstoß gegen das Grundrecht auf Religionsfreiheit sehen, sorgte
in den Reihen der Befürworter des Verbots für Freude. Bei den Gegnern
jedoch löste es Enttäuschung und scharfe Kritik aus.
Der Anwalt der Klägerin Hüsnü Tuna, der zugleich
Vorsitzender des Vereins für Recht ist, erklärte, dass bei der Entscheidung
des Gerichts die Urteile des türkischen Verfassungsgerichts sowie die Verfahrensweisen
der Anwaltskammern in der Türkei eine Rolle gespielt haben.
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14.11.2005 | Nachrichten>International
Beck will Ausbildungschancen von ausländischen Jugendlichen verbessern
Integrationsbeauftragte der Bundesregierung,
Marieluise Beck (Grüne) beklagt, dass ausländische Jugendliche bei
der Lehrstellensuche gegenüber deutschen Jugendlichen benachteiligt werden
In
einer Pressemitteilung bezüglich der anhaltenden Ausschreitungen in Frankreich
erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge
und Integration, Marieluise Beck, dass trotz aller Integrationsprobleme, wie
zum Beispiel auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt, die Situation in Deutschland
nicht aussichtslos sei. Um diese und andere Integrationsprobleme zu lösen,
müsse man sich den Problemen konkret zuwenden. Falsch dagegen seien verbale
Ausgrenzungen zur Lösung von sozialen Verwerfungen, wie die des französischen
Innenministers Nicolas Sarkozy, kritisierte Beck. ![]()
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12.11.2005 | Nachrichten>International
Dänemark fordert von Einwanderern „Treue-Erklärung“
Die Asylpolitik in Dänemark hat
sich zu eine der härtesten in Europa entwickelt
Die
Regierung in Dänemark hat angekündigt, sie wolle in Zukunft von Einwanderern
eine „Treue-Erklärung“ verlangen. „Die Erklärung
zu Integration und aktiver Mitbürgerschaft in der dänischen Gesellschaft“
wurde am Freitag in Kopenhagen vorgestellt.
Darin heißt es unter anderem: „Ich weiß,
dass es in Dänemark verboten ist, seine Kinder zu schlagen. Ich weiß,
dass der Zwang bei der Anbahnung einer Ehe in Dänemark strafbar ist. Ich
erkenne an, dass die dänische Gesellschaft scharf Abstand von Terrorhandlungen
nimmt und dass jeder Bürger die Pflicht zur Bekämpfung von Terrorismus
hat“. ![]()
12.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Pisa-Studie entfacht Diskussionen über „sozialen Status“
Die Ergebnisse der Pisa-Studie haben
gezeigt, dass in keinem anderen Industriestaat die Leistungen der Schüler
so sehr vom sozialen Status abhängig sind, wie in Deutschland
Die Ergebnisse der zweiten deutschlandweiten Pisa-Studie haben gezeigt, dass
die Leistungen der Schüler von ihrem sozialen Status sehr stark beeinflusst
werden und führten deshalb zu heftigen Diskussionen.
Der Abgeordnete des Europa-Parlaments, Cem Özdemir (Die Grünen)
kritisierte die Chancenungleichheit der Schüler und bezeichnete sie als
eine Menschenrechtsverletzung, von der auch zahlreiche Schüler von Einwandererfamilien
betroffen seien. Schüler, die nicht von ihren Eltern materiell unterstützt
werden können, sollten daher aus demographischen und moralischen Gründen
von der Gesellschaft und vom Bildungssystem unterstützt werden. Dabei spiele
es überhaupt keine Rolle, aus welcher sozialen Schicht oder ethnischen
Gruppe ein Schüler komme, so Özdemir. ![]()
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11.11.2005 | Nachrichten>International
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte billigt Kopftuchverbot
an türkischen Hochschulen
Die Große Kammer des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte hat die Klage einer muslimischen Studentin
zurückgewiesen, die wegen ihres Kopftuchs an der Universität
Istanbul
von Vorlesungen und Prüfungen ausgeschlossen worden war
Auch in zweiter Instanz hat nun das Straßburger Gericht
die Klage von Leyla Sahin, einer muslimischen Medizinstudentin, die wegen des
Tragens eines Kopftuchs an der Universität Istanbul nicht an Vorlesungen
und Prüfungen teilnehmen durfte, zurückgewiesen. Die Große Kammer
des Europäischen Gerichtshofs urteilte, dass es kein Verstoß gegen
die Grundrechte auf Bildung und Religionsfreiheit sei, muslimische Studentinnen
mit Kopftuch von Hochschulen auszuschließen. Zuvor hatte die Kleine Kammer
des Gerichts die Klage im Juni 2004 zurückgewiesen, worauf Leyla Sahin
in Berufung ging. ![]()
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11.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Stellungnahme der Evangelischen Kirchen zum Kopftuchverbot
Die
evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen haben in einer Stellungnahme
ihre Position zum geplanten Kopftuchverbot in Nordrhein-Westfalen erklärt.
Darin heißt es, dass die Klärung der Kopftuchfrage äußerst
schwierig sei, da es sich dabei, ihrer Ansicht nach, um ein für unterschiedliche
Deutungen offenes Symbol handele.
Weiterhin hieß es, dass öffentliche Schulen keine religionsfreien
Räume seien. Musliminnen, die aus religiöser Überzeugung ein
Kopftuch tragen, könnten sich daher auf die Religionsfreiheit im Grundgesetz
berufen. ![]()
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11.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
EKD-Ratsvorsitzender fordert Muslime auf, sich von Gewalt zu distanzieren
Huber: „Im Islam herrscht die Auffassung,
dass Gewalt legitim ist“
Es gibt keine andere Religionsgemeinschaft in Deutschland, die sich so deutlich
und so oft von religiös motivierter Gewalt distanziert hat wie die muslimische.
Trotzdem aber wird sie immer wieder erneut dazu aufgefordert, sich von Gewalt
zu distanzieren, als letztes vom EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber. Huber
forderte nicht nur eine Distanzierung zu religiös motivierter Gewalt, er
warf den Muslimen sogar vor, es sei sehr schwierig auch nur mit ihnen darüber
zu reden. ![]()
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10.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Beckstein warnt vor gewalttätigen Ausschreitungen in Deutschland
Politiker beklagen: „Becksteins
Politik trägt zum Konflikt bei“
Bayerns Innenminister Günther Beckstein warnte vor gewaltbereiten Jugendlichen,
die in Deutschland, ähnlich wie in Frankreich, Unruhen stiften könnten.
Er befürchte dies, da es auch in Deutschland Parallelgesellschaften gebe,
räumte aber zugleich ein, dass die Politik bei der Integration nicht erfolgreich
war. Zudem drohte er Migranten, die sich entsprechenden Integrationskursen verweigerten,
noch härter zu bestrafen, als nur das Arbeitslosengeld oder die Sozialhilfe
zu kürzen. ![]()
09.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Union und SPD einig über EU-Beitrittsverhandlungen mit „offenem Ausgang“
CSU-Generalsekretär:
Union und SPD haben sich geeinigt, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit Ankara
mit einem „offenen Ausgang“ geführt werden
CSU-Generalsekretär Markus Söder teilte mit, dass Union und SPD sich
bei der deutschen Haltung zu den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei
geeinigt haben. Dabei seien viele Fragen geklärt worden, sagte er. Demnach
würden die seit 3. Oktober laufenden Verhandlungen mit Ankara mit einem
„offenen Ausgang“ geführt. Außerdem gebe es keinen „Automatismus“
für eine Aufnahme der Türkei in die EU, so der CSU-Politiker. ![]()
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08.11.2005 | Nachrichten>International
Nach dem Erdbeben in Pakistan
Nach
dem Erdbeben in der Region um Pakistan, Kaschmir, Afghanistan und Indien wurden
wir als Hilfsteam mit einer Soforthilfe in Höhe von 30.000 Euro nach Islamabad,
der Hauptstadt von Pakistan, gesandt.
Dort wurden wir beauftragt, die Erdbebenzentren zu untersuchen,
mit den zuständigen Behörden für das Katastrophenmanagement und
den Hilfsorganisationen zu reden und den Opfern zu helfen. Ohne Zeit zu verlieren,
fuhren wir nach Azad Kaschmir. Unsere erste Station war die vom Erdbeben sehr
stark betroffene Stadt Muzaffarabad. ![]()
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07.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Berliner Schulsenator will Ethik als Pflichtfach
Kritiker finden Rahmenplanentwurf des
Berliner Schulsenators für den Ethikunterricht zu monokulturell
Der Berliner Schulsenator Klaus Böger (SPD) will, dass der Ethikunterricht
an Berliner Schulen ab dem nächsten Schuljahr ab der siebten Klasse zum
Pflichtfach wird. Kritiker behaupten aber, dass der Rahmenplanentwurf des Schulsenators
für den Ethikunterricht nicht geeignet für die Berliner Schulen sei.
Der Lehrplan gebe wenig Platz für Religion und sei zu monokulturell. Deshalb
hätten sie das „Forum gemeinsames Wertefach für Berlin“
gegründet. ![]()
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05.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
„Imam wurde zu Unrecht ausgewiesen“
Das Verwaltungsgericht Bremen hat einem Imam,
der gegen seine Ausweisung geklagt hatte, Recht gegeben
Das Verwaltungsgericht Bremen hat der Klage eines Imams in Bremen, der wegen
seiner Ausweisung vor das Gericht zog, Recht gegeben. Das Gericht entschied,
dass die Ausländerbehörde bei ihrer Ausweisung gegen den Imam im Februar
sehr viele Fehler gemacht habe. Auch wurden die Bescheide über die nachträglich
befristete Aufenthaltserlaubnis und über die angedrohte sofortige Abschiebung,
die dem Mann während eines Heimatbesuchs zugeschickt wurden, aufgehoben.
Die Justiziarin des Stadtamtes verteidigte dagegen, die Ausweisung
sei zu Recht erfolgt, und erklärte gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts
angehen zu wollen. ![]()
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05.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Landesarbeitsgemeinschaft
der kommunalen Migrantenvertretungen NRW (LAGA) gegen
LAGA NRW: „Christlich abendländliche
Symbole zuzulassen und gleichzeitig das Kopftuch zu verbieten ist mit dem Grundgesetz
nicht vereinbar“
Die
Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen NRW (LAGA) hat
in einer Presseerklärung ein generelles Kopftuchverbot für muslimische
Lehrerinnen in Nordrhein-Westfalen klar abgelehnt.
Darüber hinaus kritisierte sie die Bevorzugung des Christentums,
weil die Darstellung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte
oder Traditionen, im Gegensatz zum islamischem Kopftuch, weiterhin erlaubt sein
sollen. Dies sei nach Ansicht der LAGA mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.
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04.11.2005 | Nachrichten>International
Rat der Muslime in Großbritannien warnt vor zu scharfen Anti-Terror-Gesetzen
Britischer Rat der Muslime: „Scharfe Anti-Terror-Gesetze
sind kontraproduktiv“
Abdurahman Jafar, ein führendes Mitglied im Rat der
Muslime in Großbritannien, warnte vor zu scharfen Anti-Terror-Gesetzen.
Dadurch könnten Muslime sich entfremdet fühlen, so dass sie nicht
mehr mit den Behörden bei der Terrorbekämpfung zusammenarbeiten, erklärte
er.
Seit den Anschlägen in London am 7. Juli will die britische
Regierung viel schärfere Anti-Terror-Gesetze einführen. Demnach soll
man Verdächtige künftig ohne Anklage bis zu drei Monaten inhaftieren
können. Auch soll jegliche Glorifizierung von Terror als Straftat gelten.
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03.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Chancenungleichheit zwischen reichen und armen Schülern
Pisa-Test: „Kinder aus der Oberschicht
haben viel höhere Chancen ein Gymnasium zu besuchen, wie Kindern ärmerer
Familien“
Ein
zweiter Pisa-Bundesländer-Vergleich hat gezeigt, dass bei Kindern reicher
Eltern, selbst bei gleicher Intelligenz und Wissensstand, eine viermal so große
Wahrscheinlichkeit besteht, ein Gymnasium zu besuchen, wie bei Kindern ärmerer
Familien.
Außerdem wurde beobachtet, dass die Chancenungleichheit
immer größer wird. In Fächern wie Mathematik oder Naturwissenschaften
sind die Kinder reicherer Eltern, wie zum Beispiel Akademikern und Führungskräften,
inzwischen Gleichaltrigen aus Arbeiterfamilien im Bundesdurchschnitt über
100-Pisa-Punkte voraus, was einem Lernfortschritt von mehr als zwei Schuljahren
entspricht. ![]()
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02.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Regelung islamischer Feiertage in den öffentlichen Schulen, Betrieben und
in der Verwaltung
Gegenwärtig leben nach Schätzungen der
Bundesregierung etwa 2,8 bis 3,2 Millionen Menschen muslimischen Glaubens in
der Bundesrepublik (BT-Drs. 14/4530, S. 5f., genaue Zahlen liegen nicht vor)
. Diese religiöse Minderheit besteht größtenteils aus den in
den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland heimisch gewordenen Ausländern.
Für die Integration der dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland
lebenden Ausländer sind die Fragen von Kultur und Religion von zentraler
Bedeutung. Die islamischen Feiertage stellen hierbei eine zentrale Rolle dar.
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01.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Tübinger Polizeipräsident ruft zum Denunzieren von Muslimen auf
Nachbarn sollen bei Bartwuchs und orientalischen
Hüten der Polizei gemeldet werden
Einem Bericht des „Schwäbischen Tagblatts“ nach rief der Polizeipräsident
des Regierungsbezirks Tübingen, Dietrich Moser von Filseck, in einem Vortrag
im Tübinger Museum die Anwesenden dazu auf, der Polizei einen Tipp zu geben,
„wenn Ihnen etwas sehr merkwürdig vorkommt, wenn der Nachbar sich
einen Bart wachsen lässt und beginnt, sich etwas orientalisch anmutende
Hüte aufzusetzen“.
Vorher warnte er vor einer „islamischen Parallelgesellschaft“
und einem „islamisch fundierten Extremismus“, die die innere Sicherheit
bedrohen sollen, obwohl er selbst erklärte, dass der größte
Teil der Staatsschutzdelikte auf das Konto der Rechtsradikalen gehe. Ihm würden
jedoch die Straftäter, die in der Öffentlichkeit mit Nazi-Symbolen
auffielen, keine besonderen Sorgen bereiten.
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01.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Kopftuchverbot stößt bei Muslimen auf Kritik
Islamratsvorsitzender: „Nicht weil
sich die Muslime verweigert haben, sondern weil es keine Konzepte gibt, ist
der Islam in Deutschland längst nicht integriert“
Beim traditionellen Fastenbrechen im Ramadan, zu
dem der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) nach Buchheim eingeladen
hatte, hat der Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya das geplante Kopftuchverbot
in Nordrhein-Westfalen erneut kritisiert. Außerdem beklagte er sich darüber,
dass muslimischen Kindern kein Islamunterricht erteilt werde. ![]()