14.11.2005 | Nachrichten>International
Beck will Ausbildungschancen von ausländischen Jugendlichen verbessern
Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne) beklagt, dass ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche gegenüber deutschen Jugendlichen benachteiligt werden

In einer Pressemitteilung bezüglich der anhaltenden Ausschreitungen in Frankreich erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Marieluise Beck, dass trotz aller Integrationsprobleme, wie zum Beispiel auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt, die Situation in Deutschland nicht aussichtslos sei. Um diese und andere Integrationsprobleme zu lösen, müsse man sich den Problemen konkret zuwenden. Falsch dagegen seien verbale Ausgrenzungen zur Lösung von sozialen Verwerfungen, wie die des französischen Innenministers Nicolas Sarkozy, kritisierte Beck.

In nahezu allen Ausbildungsbereichen würden immer weniger ausländische Jugendliche ausgebildet, beklagte die Integrationsbeauftragte und forderte dringend Verbesserungsmaßnahmen auf dem Ausbildungsmarkt. Von 34 000 anerkannten IHK-Ausbildungsplätzen seien lediglich 490 mit türkischen Jugendlichen besetzt. Insgesamt würden rund 40 Prozent der ausländischen Jungendlichen in Deutschland ohne beruflichen Abschluss bleiben, hieß es weiterhin.

Doch die Schuld daran gibt Beck nicht nur den Jugendlichen. Selbst bei gleichwertigen Schulabschlüssen würden ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche gegenüber deutschen Jugendlichen benachteiligt, kritisierte die Grünen-Politikerin.

Als Verbesserungsmaßnahmen erwähnte Beck Modellprojekte wie zum Beispiel die bundesgeförderten „Beruflichen Qualifizierungsnetzwerke“ oder die inzwischen ausgelaufenen Programme „JUMP“ und „JUMP PLUS“, die versuchten ausländische Jungendliche in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Solche Fördermaßnahmen, wie die der Modellprojekte, sollten zur Regelförderung gehören, forderte Beck. (hv)

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