01.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Kopftuchverbot stößt bei Muslimen auf Kritik
Islamratsvorsitzender: „Nicht weil sich die Muslime verweigert haben, sondern weil es keine Konzepte gibt, ist der Islam in Deutschland längst nicht integriert“

Beim traditionellen Fastenbrechen im Ramadan, zu dem der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) nach Buchheim eingeladen hatte, hat der Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya das geplante Kopftuchverbot in Nordrhein-Westfalen erneut kritisiert. Außerdem beklagte er sich darüber, dass muslimischen Kindern kein Islamunterricht erteilt werde.

„Nicht weil sich die Muslime verweigert haben, sondern weil es keine Konzepte gibt, ist der Islam in Deutschland längst nicht integriert“, sagte Kizilakaya.

Der Islamratsvorsitzende teilte zudem mit, man stehe kurz vor der Gründung eines Bundesverbandes, der als gemeinsamer Ansprechpartner Muslime in Deutschland vertreten soll. Dazu sollen der VIKZ, der Islamrat und der Zentralrat der Muslime in Deutschland gehören, nicht aber die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion („Ditib“).

Wie auch viele Politiker warnte Aiman A. Mazyek vom Zentralrat der Muslime vor einem Kopftuchverbot, das eine Ausgrenzung von Muslimen bedeute.

Der Vorsitzende des Deutsch-Türkischen Forums der CDU, Bülent Arslan, sagte: „Wegen des demographischen Wandels und schärfer werdender Verteilungskämpfe wird das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen künftig einer besonderen Belastung ausgesetzt.“

Der Referent für Weltanschauungsfragen im Erzbistum Köln, Werner Höbsch, betonte: „Der Islam ist keine fremde, keine Gastreligion mehr, sondern er gehört hierher“, und erinnerte dabei an die Zitate vom Papst Benedikt XVI: „Der interreligiöse und interkulturelle Dialog zwischen Christen und Muslimen darf nicht auf eine Saisonentscheidung reduziert werden.“ (hv)

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