01.11.2005 | Nachrichten>Deutschland
Tübinger Polizeipräsident ruft zum Denunzieren von Muslimen auf
Nachbarn sollen bei Bartwuchs und orientalischen
Hüten der Polizei gemeldet werden
Einem Bericht des „Schwäbischen Tagblatts“ nach rief der Polizeipräsident
des Regierungsbezirks Tübingen, Dietrich Moser von Filseck, in einem Vortrag
im Tübinger Museum die Anwesenden dazu auf, der Polizei einen Tipp zu geben,
„wenn Ihnen etwas sehr merkwürdig vorkommt, wenn der Nachbar sich
einen Bart wachsen lässt und beginnt, sich etwas orientalisch anmutende
Hüte aufzusetzen“.
Vorher warnte er vor einer „islamischen Parallelgesellschaft“
und einem „islamisch fundierten Extremismus“, die die innere Sicherheit
bedrohen sollen, obwohl er selbst erklärte, dass der größte
Teil der Staatsschutzdelikte auf das Konto der Rechtsradikalen gehe. Ihm würden
jedoch die Straftäter, die in der Öffentlichkeit mit Nazi-Symbolen
auffielen, keine besonderen Sorgen bereiten.
Bedenklich stimmte, dass dem Polizeipräsidenten schon die einfachste Befolgung
der muslimischen Religionspraxis verdächtig ist. Erschreckend jedoch ist,
dass er die Zuhörer auch noch dazu aufrief, ihre muslimischen Nachbarn
nur aufgrund der Befolgung von muslimischen Traditionen bei der Polizei zu melden.
(hv)