03.11.2006 Nachrichten>Deutschland
FDP-Innenexperte Wolff: „Akzeptanz des Kopftuchs als Ausdruck der Religionsfreiheit verbraucht“
Morddrohungen gegen Ekin Deligöz seien erst nach Kritik islamischer Organisationen entstanden

In einer Presseerklärung äußerte sich der FDP-Innenexperte Hartfrid WOLFF zur aktuellen Diskussion um das Kopftuch und den Morddrohungen gegen Ekin Deligöz und sagte: „Es ist begrüßenswert, dass muslimische Verbände sich gegen die Morddrohungen gegen Ekin Deligöz erklärt haben. Doch diese Morddrohungen sind nach den scharfen Attacken des Islamrats-Vorsitzenden Ali Kizilkaya und des Milli-Görüs-Chefs Yavuz Celik Karahan gegen den Aufruf an muslimische Frauen, das Kopftuch abzulegen, entstanden.

Die Muslime in Deutschland müssen hier Farbe bekennen! Wer unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit versucht, grundgesetzlich garantierte Werte wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau auszuhöhlen, hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und ist unerwünscht. Die Hinweise von Ekin Deligöz, Lale Akgün und Seyran Ates auf das Kopftuch als Symbol der Frauenunterdrückung und als Integrationshemmnis sind offenkundig mehr als berechtigt.

Kopftuchtragen ist, anders als Vertreter reaktionärer Islamorganisationen dies verkünden, allem Anschein nach keine Bedingung für einen anerkannt muslimischen Lebenswandel. In vielen muslimischen Ländern ist das Kopftuch keineswegs allgemein üblich und gilt als Symbol reaktionärer Islaminterpretation. Selbst ein ausdrückliches Kopftuch-Verbot stellt keinen Verstoß gegen die Menschenrechte dar, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte festgestellt hat. Vor diesem Hintergrund müssen sich auch die Nichtmuslime in unserer Gesellschaft fragen lassen, inwieweit ihre Akzeptanz des Kopftuchs als Ausdruck der Religionsfreiheit nicht längst missbraucht wird.


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