07.11.2006 Nachrichten>International
Holländischer Unternehmer will „islamisches Krankenhaus“ bauen
Sturkenboom: „Wir haben mehr als eine
Million Muslime im Land, warum haben sie kein Krankenhaus?“
Der
holländische Unternehmer Paul Sturkenboom will in Rotterdam ein „islamisches
Krankenhaus“ bauen. Darüber verhandele er bereits mit dem Gesundheitsministerium,
zwei Krankenkassen und der Stadtregierung. In dem geplanten Krankenhaus, dass
auch nicht-muslimische Patienten aufnehmen würde, sollen Muslime nur islamisch
erlaubtes Essen bekommen und nur von Ärzten und Pflegern ihres Geschlechts
behandelt werden.
Das „islamische Krankenhaus“ werde darüber hinaus einen Gebetsraum und einen Imam als Seelsorger für die Patienten haben. Sturkenboom sagte, dass 40 von den 100 niederländischen Krankenhäusern christlich seien. Außerdem gebe es eine jüdische Klinik in Amstelven. „Wir haben mehr als eine Million Muslime im Land, warum haben sie kein Krankenhaus?“ fragt er. Die endgültige Entscheidung für den Baubeginn solle jedoch nach Wirtschaftlichkeitsstudien fallen.
Seit dem der islam-kritiker Theo van Gogh vor zwei Jahren
ermordet wurde, ist die Angst vor dem Islam in den Niederlanden gewachsen. Deswegen
glaubt Rasit Bal, Vertreter von „Milli Görüs“ im Dachverband
„Vertretungsorgan Muslime und Regierung“, dass eine öffentliche
Diskussion um ein „islamisches Krankenhaus“ allen nur schade. Außerdem
gebe es keinen Bedarf für ein solches Krankenhaus. Bal erklärte, dass
die meisten Krankenhäuser bereits Imame als Seelsorger, Gebetsräume
und islamisches Essen anbieten würden. „Die meisten bemühen
sich auch redlich, auf den Wunsch muslimischer Patientinnen einzugehen, sich
nur von Ärztinnen untersuchen zu lassen“, sagte er. Ein Integrationshemmnis,
wie die Integrationsministerin Rita Verdonk das Vorhaben bezeichnete, sei es
aber nicht. (hv)