07.11.2006 Nachrichten>International
Saddam Hussein zum Tode verurteilt
Das Sondertribunal in Bagdad hat den früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein und zwei weitere Angeklagte zum Tode verurteilt

Das irakische Sondertribunal hat am Sonntag den früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein wegen des Verbrechens gegen die Menschlichkeit zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Gericht hat Hussein wegen eines Massakers vor 24 Jahren an 148 Schiiten schuldig gesprochen. Außer Hussein wurden noch zwei weitere Angeklagte, der frühere Vorsitzende des Revolutionsgerichts Awad Hamed al Bandar und Husseins Halbbruder Barsan Ibrahim, früherer Geheimdienstchef, zum Tode verurteilt. Der frühere stellvertretende Staatspräsident Taha Yassin Ramadan wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Drei Angeklagte erhielten Haftstrafen von jeweils 15 Jahren. Ein Angeklagter wurde wegen Mangel an Beweisen freigesprochen.

Saddam und sieben Ex-Funktionäre seines Regimes waren angeklagt worden, weil sie im Jahre 1982 148 Schiiten in Dudschail nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf Saddam hinrichten ließen.

US-Präsident George W. Bush sagte, der Schuldspruch sei eine „bedeutende Leistung“ für die junge Demokratie im Irak. Die Europäische Union forderte dagegen, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem unfairen Verfahren. Amnesty-Direktor Malcolm Smart sagte: „Das Gericht war nicht unparteiisch. Jedes Individuum hat das Recht auf ein faires Verfahren, auch Menschen, die wegen Verbrechen von solchen Ausmaßen angeklagt sind wie Saddam Hussein.“ Die Verteidigung kündigte an, Berufung einzulegen. (hv)


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