15.11.2006 Nachrichten>Deutschland
Neun Prozent der Deutschen haben eine rechtsextreme Einstellung
Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung
befürworten 4,8 Prozent der Deutschen eine rechtsextreme Diktatur
Von den Bundesbürgern haben 9,1 Prozent in Westdeutschland und 6,6 Prozent in Ostdeutschland eine rechtsextreme Einstellung. Davon sind vor allem über 60-jährige Westdeutsche ausländerfeindlich und befürworten eine Diktatur. Das ergab eine von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage. Befragt wurden insgesamt 5000 Personen.
Die meisten von ihnen würden jedoch keine rechtsextremistischen Parteien wählen. „Die Rechtsextremen wählen in ihrer Mehrheit die etablierten Parteien“, sagte der Medizinsoziologe von der Leipziger Universität Elmar Brähler, der die Untersuchung leitete. Die Wahlerfolge von NPD oder DVU in den neuen Bundesländern seien vielmehr eine Folge der mangelnden Parteienbindung der Ostdeutschen.
31 Prozent der Ostdeutschen sind der Studie nach ausländerfeindlich, im Westen sind es dagegen 26 Prozent. Im Osten haben 4,2 Prozent und im Westen fast zehn Prozent eine antisemitische Einstellung. 4,8 Prozent der Deutschen befürworten eine rechtsextreme Diktatur (Westen: 4,4 Prozent, Osten: 6,5 Prozent). Das Juden einen zu großen Einfluss haben, glauben in Ostdeutschland 9,2 Prozent und im Westen 20 Prozent der Befragten. 14,7 Prozent glauben, dass Juden nicht nach Deutschland passten (Osten 9,0 Prozent).
Außerdem glauben neun Prozent der Westdeutschen und fünf Prozent der Ostdeutschen, dass die Verbrechen der Nazis in der Geschichtsschreibung weit übertrieben werden.
Der Co-Autor der Studie, Oliver Decker, sagte, dass rechtsextremistisches
Gedankengut in allen Bevölkerungsschichten, Bundesländern, Generationen
und bei den Wählern aller Parteien zu finden sei. Die etablierten Parteien
sollten sich daher inhaltlich und klar dagegen abgrenzen. (hv)