22.11.2006 Nachrichten>International
Amnesty International fordert Untersuchung von Menschenrechtsverstößen im Libanonkrieg
Amnesty International: „Israelische Armee hat wahllos und unverhältnismäßig die Zivilbevölkerung angegriffen“

In einem abschließenden Bericht über den Libanonkrieg, den sie am Montag in London veröffentlichte, forderte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erneut eine UN-geführte Untersuchung von Menschenrechtsverstößen. In dem Bericht heißt es, die israelische Armee habe „wahllos und unverhältnismäßig“ die Zivilbevölkerung angegriffen. Dabei wurde vor allem der Einsatz von Streumunition kritisiert, die auch lange nach dem Krieg eine Gefahr darstellten. Der Hisbollah warf Amnesty vor, gezielt Zivilisten in Nordisrael beschossen zu haben.

„Eine vollständige und unabhängige Untersuchung durch die UN, die auch Vorgaben für mögliche Opferentschädigungen beinhalten muss, ist dringend notwendig“, sagte Malcolm Smart, der bei Amnesty für den Nahen Osten und Afrika zuständig ist. Smart kritisierte, dass nach mehr als drei Monaten Waffenruhe im Libanon „noch nicht einmal mit der Untersuchung der schweren Verstöße während des Konflikts im letzten Sommer begonnen wurde“. (hv)


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