Donnerstag 26. November 2009
Muslimische Pilger begeben sich auf Arafat

Einen Tag vor dem Arefe haben sich muslimische Pilger auf dem Weg nach dem Berg Arafat begeben. Es bildet den Höhepunkt des Hadsch, der islamischen Pilgerreise.

Trotz stürmerischer Wetterverhältnisse und der schwierigen Verkehrssituation hat sich die Mehrheit der muslimischen Pilger seit Mittwochmittag auf dem Weg nach Arafat begeben, um ihr Hadschritual zu vollziehen.

Bis zum Sonnenuntergang werden die muslimischen Pilger hier – an dem Ort, an dem Prophet Muhammed seine letzte Predigt gehalten hat - Gott um Vergebung bitten. Dieses Verweilen (Wukuf) in Arafat ist ein Zeichen der Geduld und der Hingabe zu Gott. Einem Ausspruch Muhammeds zufolge ist dieses „Verweilen“ der wichtigste Bestandteil der Wallfahrt. Am Abend begeben sich die Pilger dann zur Ebene von Muzdalifa, wo sie die Nacht unter freiem Himmel verbringen. (ab)

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Dienstag 24. November 2009
Kinder und Müttersterblichkeit liegen weltweit sehr hoch

Aus einer neuen Studie zu Kinder- und Müttersterblichkeit von Save the Children, der Gates Foundation und der Johns Hopkins Universität geht hervor, dass jährlich über zwei Millionen Mütter und Babys aufgrund von Komplikationen bei der Geburt sterben. Viele Todesfälle könnten vermieden werden, wenn die gesundheitliche Grundfürsorge und die Ausbildung von medizinischem Fachpersonal gewährleistet werden würden.

Rund 1,2 Millionen Babys kämen bereits tot zur Welt. 904 000 Babys starben bereits kurz nach der Geburt, belegt die Studie. Zudem ereignen sich etwa 225.000 - rund 40 Prozent der weltweit jährlich rund 536.000 - Todesfälle von Müttern während oder kurz nach einer Geburt.

„Hinter diesen riesigen Zahlen verbergen sich unzählige Geschichten von persönlichem Verlust“, berichtet John Lawn, Leiter der Kampagne „Die Leben von Neugeborenen retten“ von Save the Children. Am meisten würden Neugeborene in abgelegenen ländlichen Gegenden sterben, wo es nur wenig Ärzte und Gesundheitspersonal gibt. Denn – so belegt die Untersuchung – es werden 60 Millionen der jährlich 136 Millionen Babys außerhalb von Gesundheitseinrichtungen geboren. Nur eines von fünf Babys in Afrika wird von medizinischem Fachpersonal auf die Welt gebracht.

So belegt die Studie außerdem, dass viele der Todesfälle hätten vermieden werden können, wenn es eine medizinische Grundversorgung gegeben hätte. Die sachgerechte Ausführung eines Kaiserschnittes sowie weitere lebensrettende Kenntnisse des medizinischen Personals vor Ort seien einige der wichtigsten Punkte.

Neben diesen düsteren Erkenntnissen könne man jedoch einige positiven Fortschritte vorweisen: 60 Prozent aller Babys in Malawi kommen mittlerweile in Kliniken und Gesundheitsstationen zur Welt. Zudem werden dort die meisten Kaiserschnitte von ausgebildeten Fachkräften ausgeführt. (ab)

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Dienstag 17. November 2009
Studie: Jeder zweite Europäer hat Vorurteile gegenüber Migranten

In vielen Ländern Europas sind Vorurteile gegenüber Migranten weit verbreitet. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für Konflikt- und Gewaltforschung hervor. Neben Migranten sind zudem Vorurteile gegenüber Muslimen, Juden, Frauen und Homosexuellen vorhanden. Dies geht aus der „Studie über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Europa“ hervor.

Für die Studie wurden jeweils 1000 Menschen in acht EU-Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Polen und Ungarn befragt. So befürworten etwa 50,4 Prozent der Europäer, "dass es zu viele Einwanderer in ihrem Land gibt", 54,4 Prozent halten den Islam für eine Religion der Intoleranz.

Am stärksten verbreitet sei Menschenfeindlichkeit in den osteuropäischen Ländern. Am niedrigsten sei es hingegen in den Niederlanden. Deutschland liegt nach den Ergebnissen in allen Kategorien im Mittelfeld.

In der Frage um Antisemitismus liegen Polen und Ungarn besonders vorn, in Großbritannien eher nicht. In den Niederlanden würden viele nicht in ein Wohnviertel ziehen, in dem viele Migranten leben; in Polen sind 27,1 Prozent der Meinung, dass es zu viele Einwanderer im Land gibt; in Italien sind es 62,4 Prozent.

Islamfeindlichkeit ist jedoch in allen Ländern gleich verbreitet: 55 Prozent aller Befragten halten den Islam für eine intolerante Religion, und 31 Prozent glauben sogar, dass Muslime Terrorismus als Heldentat ansehen. Auch die Tendenz zum Rassismus liegt hoch. So glaubt ein Drittel der Befragten, dass es eine „natürliche Hierarchie zwischen schwarzen und weißen Menschen gibt.“

Mangel an Bildung sei die entscheidende Ursache für derartige Einstellungen, die nur mit gut ausgestatteten Bildungseinrichtungen sowie Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrpersonal bekämpft werden können, sagte Forschungsleiter Andreas Zick. Für den Abbau von Vorurteilen sei daher der „positive Kontakt“ mit anderen Gruppen sehr wichtig, erklärte Zick und appellierte an Politiker, mehr Programme zum Austausch und der Kooperation zu fördern. Denn die Studie belegt, dass in sechs von acht Ländern der persönliche Kontakt von Menschen beispielsweise zu Migranten, Juden oder Homosexuellen zu einem Abbau von Vorurteilen geführt hat.

Anlässlich der Ergebnisse der Studie sprach der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir von einer "dramatischen Situation". „Gerade weil niemand als Demokrat geboren wird“, müsse in den Bildungseinrichtungen mehr Wert auf „eine aktive Erziehung zur Demokratie“ gelegt werden, so Özdemir. (ab)

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Montag 16. November 2009
Irak: Schwere Foltervorwürfe gegen britische Soldaten

Laut einer Nachricht der britischen Zeitung "Independent" zufolge sollen zwischen 2003 und 2007 britische Soldaten etliche irakische Gefangene gefoltert haben. Im Auftrag von Opfern habe nun der Anwalt Phil Shiner 33 Fälle aufgelistet. Er gehe von hunderten von anderen Fällen aus, die vermutlich nie ans Licht kämen.

Erneut sind gegen die im Irak eingesetzten britischen Soldaten Foltervorwürfe erhoben worden. Im Auftrag von irakischen Zivilisten hat Anwalt Phil Shiner 30 Fälle dokumentiert, in denen irakische Zivilisten Opfer von sexueller Gewalt und Misshandlung durch britische Soldaten geworden sind, berichtet der Independent.

Dass die Anschuldigungen erst jetzt, nachdem Großbritannien fast alle seine Truppen aus dem Irak abgezogen hat, gemacht werden, hänge damit zusammen, dass die Opfer vorher aus Angst geschwiegen hätten, berichtet Anwalt Shiner.

Neben Elektroschocks, Scheinhinrichtungen sowie Angriffen durch Hunde wird den britischen Soldaten vor allem sexueller Missbrauch vorgeworfen. Ein junger Iraker, der zum Zeitpunkt 2003 16 Jahre alt gewesen sei, sei beispielsweise von zwei britischen Soldaten vergewaltigt worden. Er sei damals mit anderen irakischen Gefangenen zum Füllen von Sandsäcken bestellt worden, berichtet er. Dann wurde er von einem Soldaten in einen Raum bugsiert, wo er seinen Angaben zufolge zwei männliche Soldaten beim Oralsex beobachtete. Als sie ihn wahrnahmen, so das mutmaßliche Opfer, das laut "Independent" anonym bleiben möchte, hätten diese ihn zunächst getreten und geschlagen und dann ausgezogen und nacheinander vergewaltigt.

Andere berichten über Fälle, in denen Soldaten vor den Gefangenen Geschlechtsverkehr hatten, um sie zu provozieren. Der irakische Gefangene, Hussain Hashim Khinyab, berichtete zudem: „Wenn ich auf der Toilette hockte oder duschte, entblößte eine Soldatin ihre Brüste oder andere Teile ihres Körpers auf sexuell anzügliche Weise“. Auch sei er zudem von einer Krankenpflegerin sexuell missbraucht worden.

Anwalt Shiner, der die Fälle in einem Schreiben an das britische Verteidigungsministerium gesendet hat, vergleicht diese Fälle mit denen von den US-Soldaten. Die Ähnlichkeit sei „verstörend“, so der Anwalt. Die britische Regierung hat sich nun dazu geäußert, dass sie die Fälle untersuchen lasse.

Derzeit wird in London zudem der Tod des 26-jährigen Irakers Baha Moussa untersucht, der 2003 von britischen Soldaten zu Tode geprügelt wurde. (ab)

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Dienstag 10. November 2009
Palästinenserpräsident Abbas zur erneuten Präsidentschaftskandidatur gedrängt

Nachdem der palästinensische Präsident und Vorsitzende der Parteien PLO und Fatah, Mahmud Abbas, letzte Woche seinen Rückzug bekanntgegeben hatte, wurde er aufgefordert, dies zu überdenken. Mehrere tausend Palästinenser gingen am Sonntag in Hebron auf die Straße.

In Sprechchören forderte die Menschenmenge Abbas dazu auf, erneut zu kandidieren. Ein Abbas-naher Sprecher wies Vermutungen zurück, dass Abbas aus taktischen Gründen seinen eventuellen Rückzug angekündigt habe. „Das ist kein Manöver oder ein Versuch, irgendwelche Vorteile daraus zu ziehen“, sagte auch Abbas im palästinensischen Fernsehen. Vergeblich hatten zuvor auch die Führungsgremien der beiden Parteien sowie der jordanische König Abdullah und der israelische Präsident Peres ihn umzustimmen versucht. „Wenn Sie gehen, werden die Palästinenser ihre Chance auf einen unabhängigen Staat verlieren“, soll Israels Präsident Schimon Peres gesagt haben.

Die Enttäuschung über den Kurswechsel des US-Außenministeriums im Nahen Osten habe bei der Entscheidung eine große Rolle gespielt. „Wir sind davon überrascht, die Vereinigten Staaten an der Seite Israels zu sehen“, sagte Abbas. Die amerikanische Außenministerin Clinton hatte am vergangenen Wochenende in Jerusalem im Gespräch mit Netanjahu die „beispiellosen“ Zugeständnisse im Vergleich zu früheren Verhandlungen gelobt. Darüberhinaus stellte sie noch klar, dass ein Baustopp in den Siedlungen nie eine Vorbedingung für neue Gespräche zwischen den beiden Konfliktparteien gewesen sei. An Abbas appellierte sie dagegen nur, sich der Aufnahme neuer Verhandlungen nicht mehr zu verschließen.

Ein Mitglied im Fatah-Zentralkomitee glaubt jedoch, dass Abbas seine Ankündigung überdenken könnte, wenn im Friedensprozess Fortschritte sichtbar würden. Dazu müssten jedoch die USA Druck auf Israel ausüben, was jedoch die Mehrheit der Palästinenser anzweifeln. „Es fällt auf, dass die amerikanische Außenministerin Clinton am Donnerstag schon in der Vergangenheitsform von Abbas sprach und ihre Worte wie ein Nachruf klangen. Auch die ägyptische Regierung äußerte sich auffällig zurückhaltend“, sagte der palästinensische Sicherheitsfachmann Zakaria al Qaq aus Ost-Jerusalem. (ab)

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Montag 09. November 2009
Goldstone-Bericht kommt bei UN-Vollversammlung durch

Trotz heftigen Widerstands von israelischer Seite wurde der Goldstone-Bericht zum Gaza-Krieg bei der UN-Vollversammlung mehrstimmig angenommen. Neben Israel stimmten auch Deutschland und die USA dagegen.

Mit 114 Ja- Stimmen gegen 18 Nein-Stimmen bei 44 Enthaltungen wurde der sogenannte Goldstone-Bericht angenommen, der Israel und der palästinensischen Hamas Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen während des letzten Gaza-Krieges vorwirft. Der Bericht verlangt außerdem, dass sowohl israelische Behörden als auch Palästinenser eigenständig nach möglichen Kriegsverbrechen und Tätern suchen. Sollte dies nicht binnen nächsten Monaten geschehen, soll sich laut Bericht der Internationale Strafgerichtshof um den Fall kümmern.

Erneut kritisierte die UN-Botschafterin Israels den Goldstone-Bericht, der „jegliche Bemühungen, die Verhandlungen in der Region wiederzubeleben“, beschädige. Israel hatte vor der Annahme des Berichts im Menschenrechtsrat vergeblich versucht, den Goldstone-Bericht in den Akten der UN verschwinden zu lassen.

Goldstone-Bericht beim Sicherheitsrat

Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beauftragte nun die Weiterleitung des Dokuments an den Sicherheitsrat. Dennoch wird erwartet, dass die USA mit ihrem Veto verhindern wird, dass der Bericht zum internationalen Strafgerichtshof gelangen wird.

Im Bericht wird Israel schwere Verletzungen des Völkerrechts vorgeworfen. Israel habe nicht zwischen Kämpfern und Zivilbevölkerung unterschieden. Durch das Beschießen von Zivilisten sei eine kollektive Bestrafung der palästinensischen Bevölkerung erfolgt.

Der 574 Seiten umfassende Bericht basiert auf 188 individuellen Interviews mit Augenzeugen, Anhörungen in Genf und der Auswertung von 300 Berichten, 1200 Fotos und 30 Videos. Der Bericht betont, dass jede Information mehrfach gegengecheckt wurde, um ihren Wahrheitsgehalt zu ermitteln. Der Bericht nennt insgesamt 36 Zwischenfälle, die nach Meinung der Autoren die Muster des Vorgehens der israelischen Armee im Gaza-Krieg illustrieren. Dabei geht es vor allem um die Zerstörung der zivilen Infrastruktur, was nach Ansicht der Autoren kein militärisches Ziel darstellte, sondern eindeutig dazu gedacht sei, die Bevölkerung zu treffen. Völlig zerstört wurden unter anderem das Parlament und die einzige Mehlfabrik in Gaza, deren Inhaber gute Beziehungen zu israelischen Behörden hatte. Bombardiert wurden insgesamt 200 Fabriken, große Teile Ackerlands wurden ebenso zerstört wie eine Geflügelfarm mit 30 000 Tieren, Brunnen und ganze Stadtteile. Auch die gezielten Angriffe auf zwei Krankenhäuser werden beschrieben. Mit Ausnahme eines Falles erkennen die Autoren bei keinem dieser Vorgänge, dass es sich um militärisch gerechtfertigte Angriffe handelt.

Darüberhinaus stellt der Bericht, der die israelische Besatzung allgemein und die bis heute anhaltende Blockade des Gaza-Streifens mit untersucht, grundlegende Verstöße gegen die Genfer Konvention und internationales Recht fest. Abschließend fordert der Bericht eine Lockerung der andauernden Blockade. (ab)

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Montag 02. November 2009
Amnesty International: Israel verweigert Palästinensern das Trinkwasser

In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht wirft die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Israel vor, dem palästinensischen Volk eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser zu verweigern. Israel kontrolliere die gemeinsamen Wasserressourcen. Auch die benachteiligende Politik Israels würde die Palästinenser daran hindern, eine effektive Wasserversorgung aufbauen zu können, heißt es im Bericht weiter.

Israel erlaubt den Palästinensern nur Zugriff auf einen Bruchteil der gemeinsamen Wasservorräte, die größtenteils im besetzten Westjordanland liegen, während die rechtswidrigen israelischen Siedlungen dort geradezu unbegrenzt versorgt werden", sagte Donatella Rovera. Laut Amnesty-Bericht benutzt Israel mehr als 80 Prozent der Wasservorräte aus einem Grundwasserbecken unter dem Westjordanland, lediglich die restlichen 20 Prozent würde den Palästinensern zustehen. Das Becken sei die einzige Wasserquelle für die Palästinenser im Westjordanland, während Israel auch noch das gesamte verfügbare Wasser aus dem Jordan beziehe, heißt es in der Studie. Einem durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch von gerade mal 70 Litern pro Person auf palästinensischer Seite stünden 300 Liter bei den Israelis gegenüber.

Im Westjordanland indes seien die Palästinenser von Wasser aus Tanklastwagen abhängig, die sie wegen israelischer Straßensperren und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sehr teuer bezahlen müssten.

Dagegen seien die Farmen der israelischen Siedler und ihre Gärten aufwendig bewässert. Außerdem gebe es dort Swimmingpools. "Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Recht", so Rovera. "Doch für viele Palästinenser ... ist Wasser ein Luxus geworden, den sie sich kaum leisten können." Israel müsse deshalb seine benachteiligende Politik beenden und umgehend alle Einschränkungen bei der Wasserversorgung der Palästinenser aufheben.

Unterdessen wies Israel die Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation zurück. Es sei „ein lügnerischer und oberflächlicher Bericht“, der die Realität verzerrt darstelle. Israel halte sich an alle Vereinbarungen mit den Palästinensern und liefere ihnen sogar mehr Wasser, als in den bisherigen Verträgen vorgesehen sei, sagte der israelische Minister für Infrastruktur, Uzi Landau. Auch der israelische Regierungssprecher Mark Regev wies die Angaben als lächerlich zurück. Israel habe einen Rechtsanspruch auf die Wasserschicht, da Israel diese entdeckt, entwickelt und als erster genutzt habe. Heute pumpe Israel weniger Wasser von dort ab als 1967, während der palästinensische Verbrauch sich in dieser Zeit verdreifacht habe.

Rund 450 000 israelische Siedler würden mehr Wasser verbrauchen als 2,3 Millionen Palästinenser. Die Besatzung verwehre den Palästinensern die Nutzung ihrer eigenen Ressourcen, erklärt AI. „Wir sterben vor Durst“, sagt der Leiter der palästinensischen Wasserbehörde Shadad Atili. Durch die schlechte Wasserversorgung habe sich die ohnehin schlechte Versorgungslage im Gazastreifen drastisch verschlechtert. (ab)

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Montag 02. November 2009
„Was heißt es, ein Muslim in Indien zu sein?“

Unter diesem Titel diskutierten indische Muslime bei einer dreitägigen Konferenz in der Hauptstadt Indiens, Neu Delhi, die Identität der Muslime auf dem Subkontinent sowie die Rolle der Filmfabrik Bollywood. Kritisiert wurde insbesondere die Stereotypisierung der Muslime in indischen Filmen, welche Muslime meist als Dschihadisten oder Terroristen darstellen.

Während der Tagung berichteten zahlreiche Sprecher über ihre Erfahrungen als Muslim in Indien zu leben. Sie seien unter anderem Hasskampagnen sowie Strafverfolgungen ausgesetzt. Die Schächtung von Kühen in Indien durch Muslime werde von radikalen Hindus, die die Kuh als heilig verehren, ausgenutzt, um Hass zwischen Hindus und Muslimen zu schüren. Es seien bereits zahlreiche Muslime wegen der Schächtung von Kühen in indischen Staaten wie Gujarat, Maharashtra, Rajasthan oder Uttar Pradest verhaftet worden. Systematische Enteignung von muslimischem Stiftungseigentum sowie das von Muslimen selbst zu verantwortende schlechte Image seien weitere Missstände in Indien.

Außerdem habe der Prozess der Ghettoisierung nicht nur Städte wie Bhopal und Ahmedabab negativ beeinflusst, sondern auch die Muslime wirtschaftlich benachteiligt. Regierungseinrichtungen hätten versucht, die wirtschaftlichen Bindungen zwischen den Muslimen zu trennen. Darüber hinaus wurde berichtet, dass versucht werde, den Muslimen den Zugang zur Bildung zu verwehren. (ab)

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