19.10.2005 | Nachrichten>International
Lage der Erdbebenopfer in Südasien wird immer dramatischer
Nachbeben und Unwetter erschweren die Rettungsarbeiten

Auch mehrere Tage nach dem Erdbeben hat sich die Lage in Nord-Pakistan nicht entspannt. Millionen Überlebende, die nach dem Erdbeben obdachlos wurden, schweben wegen dem einkehrenden Winter in Lebensgefahr. In der vom Erdbeben am meisten betroffenen Region Kaschmir fiel am Freitag Schnee. Ärzte warnten bereits vor Lungenentzündungen und Tuberkulose. Nach dem zu Beginn der Woche wegen Regen und Hagel die Hilfslieferungen unterbrochen worden waren, droht nun ein weiteres Ungewitter die Hilfsaktionen zu unterbrechen. Das Leben tausender Kinder sei in Gefahr, warnte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Zudem sorgen mehrere Nachbeben für Panik und erschweren die Hilfsarbeiten.

Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der Todesopfer auf 25 000 gestiegen. Jedoch geht man von mehr als 40 000 Todesopfern aus. Schätzungsweise wurden 2 Millionen Menschen durch das Erdbeben obdachlos. Es werden dringend 2 Millionen Decken und 100 000 Zelte benötigt.

Inzwischen wurde in der Hauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir Muzaffarabad, die größtenteils zerstört wurde, die Wasser- und Stromversorgung zum Teil wieder hergestellt, teilte ein örtlicher Armeesprecher mit.

Man befürchtet jedoch, dass nicht allen Opfern rechtzeitig geholfen werden kann. „Wir können nicht allen Betroffenen vor Winterbeginn eine Unterkunft anbieten“, sagte der pakistanische Hilfskoordinator Farooq Javed.

Der UN-Hilfskoordinator Jan Egeland vermutet, dass der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Pakistan und Kaschmir bis zu zehn Jahren andauern wird. Dabei würden Kosten in Höhe von mehreren Milliarden Dollar entstehen, sagte er.

Unterdessen stockte Deutschland seine Soforthilfe über 5 Millionen Euro auf. Zusätzlich sollen 10,6 Millionen Euro für langfristige Maßnahmen bereitgestellt werden, teilte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) mit. Auch die Europäische Union kündigte, zusätzlich zu den 3,6 Millionen Euro, weitere zehn Millionen Euro Soforthilfe an.

Bislang gingen international insgesamt 187 Millionen Euro an Hilfsgeldern ein. (hv)

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