24.10.2005 | Nachrichten>International
Annan bittet die Weltgemeinschaft um mehr Hilfe
Angesichts des kommenden Winters im Himalaya
warnte Annan vor einer zweiten „massiven Todeswelle“
UNO-Generalsekretär
Kofi Annan hat die Weltgemeinschaft dazu aufgefordert, ihre Hilfen für
die Überlebenden des Erdbebens in Kaschmir deutlich zu erhöhen. Die
Vereinten Nationen forderten insgesamt 260 Millionen Euro. Bisher seien aber
nur 31 Millionen Euro verbindlich zugesagt worden, beklagte Annan.
„Wenn wir unsere Anstrengungen nicht verdoppeln, wird es
ein zweites Massengrab geben“, warnte der UNO-Generalsekretär und
wies damit auf den kommenden Winter.
Nach Angaben wurden in der Erdbebenregion rund drei Millionen Menschen obdachlos.
Es werden dringend 450 000 Zelte und zwei Millionen Decken gebraucht.
Kofi Annan wird kommende Woche an einer Spendengala in Genf teilnehmen. Er forderte Vertreter von Regierungen und Organisationen auf, ebenfalls teilzunehmen. „Ich erwarte Resultate. Es gibt keine Ausreden“, sagte er.
Das UN-Koordinationsbüro für humanitäre Hilfe (OCHA) berichtete, dass die logistischen Probleme in der Erdbeben-Region viel schlimmer seien, als bei der Tsunami-Katastrophe.
OCHA-Leiter Jan Egeland sagte: „Wir haben noch niemals so
einen logistischen Albtraum gehabt. Wir dachten, der Tsunami wäre das schlimmste,
was passieren könnte. Das ist schlimmer.“ (hv)