25.10.2005 | Nachrichten>Deutschland
Junge Liberale kritisieren Kopftuchverbot
Landesvorsitzender
der Jungen Liberalen Baden-Württemberg: „Entscheidend ist nicht,
was auf dem Kopf drauf ist, sondern was drin ist“
Die Jungen Liberalen (Julis) Baden-Württemberg haben erklärt, dass
das Kopftuchverbot im Schulgesetzt eine Ungleichbehandlung der Religionen sei,
da andere religiöse Symbole, wie Kreuz und Kippa, weiterhin erlaubt sind.
Das Kopftuchverbot dürfe nicht auf weitere Berufsgruppen ausgedehnt werden.
Der Landesvorsitzende Florian Toncar warnte, man dürfe für
Wählerstimmen keine vermeintlichen Kulturkämpfe auf dem Rücken
der Muslime austragen.
„Auf von oben angeordnete sakrale Formen und Symbole ist im Bereich staatlicher
Institutionen zu verzichten, der Ausdruck individueller Überzeugung ist
aber etwas, das der Staat durchaus hinnehmen kann. Das gilt für die verbeamteten
Lehrer an Schulen, erst recht aber für die angestellten Erzieherinnen und
Erzieher in den Kindergärten. Keinesfalls aber darf ein Gesetz, das das
Zeigen religiöser Symbole im Staatsdienst einschränkt, die verschiedenen
Religionen ungleich behandeln“, sagte Toncar.
Entscheidend sei nicht das, was auf dem Kopf drauf ist, sondern das, was drin ist, sagte der Landesvorsitzende weiterhin.
Außerdem sei es völlig übertrieben, dass ein Kind
durch ein Kopftuch ernstzunehmend beeinflusst werden könnte. Toncar forderte
die Politik zu mehr Sachlichkeit zurückzukommen und aufzuhören, unnötig
Schreckensbilder zu zeichnen. (hv)