05.10.2005 | Nachrichten>International
EU nimmt Beitrittsverhandlungen mit der Türkei offiziell auf
Nach der Krisensitzung der EU-Außenminister am Montagabend wurden die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei kurz nach Mitternacht offiziell aufgenommen

Nach einer langen Krisensitzung der EU-Außenminister von Sonntag bis Montagabend waren sich alle 25 EU-Staaten einig und nahmen mit mehreren Stunden Verspätung die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei offiziell auf. Kurz nach Mitternacht traf der türkische Außenminister Abdullah Gül in Luxemburg ein.

Wegen einem internen Streit der EU-Staaten konnte der geplante Termin zur Aufnahme der Beitrittsverhandlungen um 17 Uhr nicht eingehalten werden und war auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Ausgelöst wurde der Streit durch Österreich, das weitgehende Änderungen am Entwurf forderte und damit eine gemeinsame Position für das Verhandlungsmandat, das nur einstimmig erteilt werden kann, blockierte.

Österreich forderte, dass der Satz „Das gemeinsame Ziel der Verhandlungen ist der Beitritt“ ersatzlos gestrichen wird und dafür eine klare Alternative für den Fall formuliert wird, dass die Türkei der EU am Ende der Verhandlungen nicht beitreten kann.

Die übrigen 24 EU-Staaten lehnten jedoch Änderungen an dem Entwurf ab. Nach stundenlanger Krisensitzung der EU-Außenminister konnte man sich schließlich am Montagabend einigen.

Am Ende der Krisensitzung war Österreich von seinen Forderungen abgerückt und erklärte, dass sie den Beitritt der Türkei als eigentliches Ziel der EU-Beitrittsverhandlungen akzeptiere. (hv)

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