04.10.2006 Nachrichten>Deutschland
SPD kritisiert CDU-Generalsekretär Pofalla wegen Islam-Äußerungen
SPD-Generalsekretär: „Die meisten
in Deutschland lebenden Muslime sind friedlich“
Die
jüngsten islam-kritischen Äußerungen des CDU-Generalsekretärs
Ronald Pofalla, der Islam sei der Hauptverursacher religiös motivierter
Gewalt, sind bei den Muslimen in Deutschland sowie SPD-Politikern auf heftige
Kritik gestoßen. Der CDU-Politiker schrieb in einem Gastbeitrag für
die „Bild am Sonntag“: „Das Problem religiös motivierter
Gewalt ist heute fast ausschließlich ein Problem des Islam.“
Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, übte scharfe Kritik an Pofalla aus. Dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte er, wer so allgemein von Islam und Muslimen spreche, bediene Stereotypen und Vorurteile. Mit Blick auf die kürzlich stattgefundene Islam-Konferenz sagte Mazyek: „Ich habe den Eindruck, dass manche in der Union einen Schritt vor und zwei zurück machen wollen.“
Auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte, Pofallas islam-kritische Äußerungen erschwerten die Integration der Muslime in Deutschland und seien „kein guter Beitrag zum Dialog der Kulturen, der letzte Woche mit dem Islamgipfel so erfolgreich begonnen wurde“. Heil warnte davor, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Die meisten in Deutschland lebenden Muslime seien friedliche Menschen, sagte er. (hv)