05.10.2006 Nachrichten>Deutschland
Kein Kopftuch-Verbot an Schleswig-Holsteins Schulen
Religiöse Symbole sind an Schleswig-Holsteins
Schulen weiterhin zugelassen
Ein generelles Kopftuch-Verbot für muslimische Lehrerinnen wird es an Schleswig-Holsteins Schulen nicht geben. Darauf einigten sich die Spitzenvertreter von CDU und SPD, teilte das Bildungsministerium in Kiel mit. Die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche und das katholische Erzbistum Hamburg begrüßten, dass das geplante Verbot religiöser Symbole nicht in das neue Schulgesetz aufgenommen wird. Damit sind auch christliche Symbole in Schulen weiterhin zugelassen.
Ein Sprecher des Ministeriums sagte aber, dass Lehrkräfte weiterhin zur religiösen Neutralität verpflichtet seien. So könne die Schulleitung religiöse Symbole verbieten, wenn Schüler oder Eltern sich beschweren und der Schulfriede durch religiöse Propaganda gestört wird.
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) hatte sich zuvor
für ein Verbot von religiösen Symbolen in Schulen ausgesprochen. Sie
wollte damit vor allem das muslimische Kopftuch verbieten. Aus rechtlichen Gründen
musste sie dafür aber auch die christlichen Symbole verbieten. Dies hatte
zu Widerständen in der CDU und in den beiden großen christlichen
Kirchen geführt. (hv)