10.10.2006 Nachrichten>International
Erneut beleidigende Propheten-Karikaturen in Dänemark
Die Jugendorganisation der Dänischen Volkspartei
(DVP) hat einen Wettbewerb dazu veranstaltet, wer den Propheten Muhammed (saw)
in der erniedrigendsten Weise zeichnen kann
Ein heimlich gedrehtes Video, das letzte Woche im dänischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde, führte zu neuen Protesten in der islamischen Welt. Das Video zeigt ein Wettbewerb der Jugendorganisation der Dänischen Volkspartei (DVP), bei dem es darum geht, wer den Propheten Muhammed (saw) in der erniedrigendsten Weise zeichnen kann.
Der außenpolitische Sprecher der DVP, Sören Espersen, bestätigte in der Zeitung „Nyhedsavisen“, dass eine solche Veranstaltung im August stattgefunden hat. Espersen sagte: „ Das ist doch gut. Wir können lächerlich machen, wen wir wollen. Ob es nun Muhammed, Jesus, Buddha oder unsere Vorsitzende ist.“
Die muslimischen Führer in Dänemark haben zwar die neuen Karikaturen verurteilt, jedoch nicht zu Protesten aufgerufen. Der Kopenhagener Imam Ahmed Abu-Laban sagte: „Vor dem Hintergrund der früheren Probleme müssen wir vorsichtig sein. Dieses Mal ist die Situation anders. Natürlich sind die Zeichnungen bedauerlich.“
Die DVP ist eine rechtspopulistische Partei und ist im Parlament Mehrheitsbeschafferin der Minderheitsregierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. Rasmussen hat jedoch die Veranstaltung mit scharfen Worten kritisiert. Dabei handle es sich um das „nicht akzeptable und geschmacklose Verhalten einer Gruppe junger Menschen“, sagte der Ministerpräsident. Außerdem wurde bekannt, dass 66 prominente Dänen wegen rassistischer Hetze Anzeige gegen die DVP erstatteten.
Erst vor einem Dreivierteljahr hatte die größte dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ 12 beleidigende Karikaturen des Propheten Muhammed (saw) veröffentlicht und für große Empörung in der islamischen Welt gesorgt. Trotz internationaler Kritik hatten mehrere europäische Zeitungen die Karikaturen nachgedruckt. (hv)