13.10.2006 Nachrichten>International
655.000 Tote seit Beginn des Irak-Krieges
UN-Hilfskoordinator Egeland: „Im Irak
werden jeden Tag mindestens 100 Menschen getötet und mindestens 1000 Menschen
vertrieben“
Laut einer neuen regierungsunabhängigen Studie irakischer und amerikanischer Ärzte, die vom britischen Medizin-Journal „The Lancet“ veröffentlich wurde, wurden im Irak seit Beginn des Krieges im Jahr 2003 655.000 Menschen getötet. Die häufigste Todesursache dabei seien Schussverletzungen gewesen. Der US-Forscher Gilbert Burnham bezeichnete den Irak-Krieg als „tödlichsten internationalen Konflikt des 21. Jahrhunderts“. Für die Studie wurden 1.849 Haushalte mit knapp 13.000 Menschen an 47 zufällig ausgewählten Orten im Irak befragt. Die Umfrage ergab, dass zwischen Januar 2002 und Juni 2006 87 Prozent der 629 Registrierten nach Kriegsausbruch ums Leben gekommen waren. Demnach habe sich die jährliche Sterberate seit Beginn der US-Invasion verdoppelt. Eine Hochrechnung der Forscher ergab 654.965 Todesfälle durch Kriegsfolgen. Das sind 2,5 Prozent der irakischen Bevölkerung.
Der Hilfskoordinator der Vereinten Nationen, Jan Egeland, sagte, dass die Gewalt im Irak völlig außer Kontrolle geraten sei. „Für die Zivilbevölkerung hat sich die Lage in den vergangenen sieben bis acht Monaten beängstigend verschlechtert“, sagte Egeland. Ihm zu Folge würden täglich 100 Menschen getötet und mindestens 1000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. „Das bedeutet, dass im vergangenen Monat mehr als 3000 Menschen Opfer brutaler und nackter Gewalt wurden“, so der UN-Hilfskoordinator. (hv)