18.10.2006 Nachrichten>International
Britischer Generalstabschef fordert baldigen Rückzug britischer Truppen aus dem Irak
Der britische Heeres- und Generalstabschef Richard Dannat: „Die britischen Truppen müssen bald aus dem Irak zurückgezogen werden, sonst drohen katastrophale Konsequenzen für den Irak und für die britische Gesellschaft“

In einem Interview mit der Daily Mail erklärte Dannat: „Unsere Anwesenheit im Irak verschlimmert die Sicherheitsprobleme nur. Das Vorhaben, eine Demokratie im Irak zu errichten, ist naiv und nicht zu erreichen. Der Einsatz verschlimmert nicht nur die Probleme im Irak. Ich will nicht sagen, dass die Probleme, die wir in der ganzen Welt erfahren, durch unsere Anwesenheit im Irak ausgelöst werden, aber zweifelsfrei werden sie durch unsere Präsenz verschärft. Ausländer sind im Irak willkommen, wenn sie eingeladen sind. Aber wir wurden nicht eingeladen. 2003 haben wir denen doch die Tür eingetreten.“

Ein Regierungssprecher entgegnete in der Nacht zum Freitag in London, dass die Anwesenheit der britischen Soldaten dem „ausdrücklichen Wunsch“ der irakischen Regierung entspreche.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte zuvor erklärt: „Wir verfolgen im Irak eine klare Strategie. Wir sind mit unseren internationalen Partnern unter einem klaren UN-Mandat dort, um die demokratisch gewählte Regierung des Irak zu unterstützen.”

Andererseits drückten Kriegsgegner ihre Zufriedenheit gegenüber den Äußerungen Dannats aus. Im Irak befinden sich immer noch 7000 britische Soldaten. Seit dem Beginn des Irak-Krieges wurden insbesondere im Süden Iraks 119 britische Soldaten getötet. (sa)


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