18.10.2006 Nachrichten>International
Die neuen Träger des Nobelpreises 2006 stehen fest
Der Literaturnobelpreis 2006 geht an Orhan Pamuk
und den Friedensnobelpreis teilen sich Muhammad Junus aus Bangladesch und die
von ihm gegründete Grameen-Bank
Somit
ist Orhan Pamuk der erste türkische Autor, der jemals diesen Nobelpreis
bekommen hat. Der türkische Autor Orhan Pamuk werde mit dem Literaturnobelpreis
ausgezeichnet, weil er „auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner
Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden
hat“, heißt es in der Begründung des schwedischen Nobelpreiskomitees.
Die Akademie gab außerdem bekannt, dass Pamuk diesen Preis mit seinem
dritten Roman Die weiße Festung errungen hat.
Junus und die Grameen-Bank, die zu beiden Teilen den Friedensnobelpreis teilen, wurden für den Preis würdig gefunden, da sie große Dienste für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes leisten, indem sie so genannte Mikrokredite an Kleinunternehmer vergeben.
Zweifellos brachte der Literaturnobelpreis an Orhan Pamuk Debatten mit sich. Der Poet Fazil Hüsnü Daglarca sagte: „Derjenige, der nicht die Armenier lobt, für den gibt es keinen Preis. Aber das ist mittlerweile ein Standard. Der letzte Träger des Literaturnobelpreises lobte auch die Armenier. Somit wird der Weg gezeigt, der zum Ergattern eines Nobelpreises führt. Wenn das mit den türkischen Intellektuellen so weitergeht, werden sie sich noch weiter erniedrigen. Der Preis wird nicht mehr einem guten Schriftsteller vergeben, sondern demjenigen, der ein Handlanger eines anderen ist.“
Der Schriftsteller Özdemir Ince sagte bei einer Liveübertragung des Kanals CNN Türk: „Der Literaturnobelpreis gehört nicht der türkischen Literatur, sondern nur Orhan Pamuk. Denn er glaubt, dass der Genozid an den Armeniern stattgefunden hat. Ich glaube nicht, dass dies die türkische Literatur erfreut. Orhan Pamuk ist nur ein mittelmäßiger Schriftsteller. Die Türkei steht nun zum Verkauf da und wurde zum niedrigsten Preis verkauft. Ich schäme mich dafür.“
Der türkische Parlamentspräsident sagte, es sei ein freudiges Ereignis, dass ein türkischer Schriftsteller den Nobelpreis erhalten habe und sagte weiter: „Ich bin sehr zufrieden und gratuliere Orhan Pamuk.“ Er riet allerdings Pamuk dazu, bei seinen zukünftigen Meinungen und Äußerungen vorbildlich zu sein. (ab)