25.10.2006 Nachrichten>Deutschland
Grüne fordern Islamkonferenz in NRW
Modellversuche mit islamischem Religionsunterricht
greifen zu kurz, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Monika Düker am
Freitag im Düsseldorfer Landtag
Die NRW-Grünen fordern, eine Islam-Konferenz in NRW einzuberufen. Der von der Landesregierung beschrittene Weg weiterer Modellversuche mit islamischem Religionsunterricht greife zu kurz, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Monika Düker am Freitag im Düsseldorfer Landtag. "Wir sind über die Versuchsphasen hinaus", unterstrich Düker. Der Schwung, den die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einberufene Islamkonferenz Ende September ausgelöst habe, müsse nun in den Ländern genutzt werden. In einem ersten Schritt müssten sich die vier großen muslimischen Dachorganisationen bereit erklären, gemeinsam mit möglichst vielen islamischen Verbänden eine organisatorische Religionsgemeinschaft zu etablieren. Nach jahrelangen Streitigkeiten gebe es seit einiger Zeit positive Signale, dass dies innerhalb des nächsten Jahres gelingen könne, meinte Düker.
In NRW laufen seit Jahren in über 100 Schulen verfassungsrechtlich
problematische Versuche mit Islamkunde, der sich vom bekenntnisorientierten
Religionsunterricht gemäß Art. 7 Abs. 2 Grundgesetz unterscheidet.
Im Moment plant die Landesregierung weitere Modellversuche in Köln und
Duisburg. "Die Modellversuche enden in der Sackgasse. Wir
brauchen Religionsunterricht in der Fläche", sagte Düker. Nötig
sei außerdem ein weiterer Lehrstuhl für islamische Religion und eine
deutsche Imam-Ausbildung an einer Hochschule.