25.10.2006 Nachrichten>International
Britische Regierung erstellt Karte mit „radikalislamischen Brennpunkten“
Dozenten und Mitarbeiter an Universitäten sollen ein wachsames Auge auf „asiatisch aussehende“ und muslimische Studenten haben

Wie die Zeitung „Daily Mirror“ berichtet, will die britische Regierung eine Karte mit den wichtigsten „radikalislamischen Brennpunkten“ erstellen. Dazu sollen Polizei und Gemeinderäte Informationen über Universitäten, Schulen und Moscheen liefern. Die Pläne dazu werde die Ministerin für Lokalverwaltung, Ruth Kelly, bei einem Treffen mit den Polizeichefs und Gemeindevorstehern in London bekanntmachen, hieß es.

Nach Angaben der Zeitung „Guardian“ will die Regierung zudem Dozenten und Mitarbeiter an allen britischen Universitäten bitten, „asiatisch aussehende“ und muslimische Studenten, die sie verdächtigen, der Polizei zu melden. Das Bildungsministerium habe bereits vergangenen Monat alle betroffene Einrichtungen und Körperschaften informiert.

Die Vorschläge stießen bei den Studenten auf scharfe Ablehnung. Die Vorsitzende der britischen Studentenvertretung, Gemma Tumelty, kritisierte, junge Muslime allein wegen ihres Glaubens unter Generalverdacht zu stellen. Tumelty verglich die Pläne mit der Kommunistenhetze in den 50er Jahren in den USA unter dem damaligen Senator Joseph McCarthy. (hv)


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