25.10.2006 Nachrichten>International
Muslimische Religionsführer wollen Dialog mit Vatikan
38 muslimische Religionsführer aus aller
Welt haben einen Brief an den Vatikan geschrieben und suchen darin das Gespräch
zwischen der christlichen und islamischen Welt
38 muslimische Religionsführer unter anderem aus Ägypten, Bosnien, Kroatien, Istanbul, Kosovo, Oman, Russland, Slowenien, Usbekistan, Saudi-Arabien, den Arabischen Emiraten, Indien, Indonesien, Iran, Irak, Kuwait, Malaysia, Marokko und Pakistan haben die Einladung des Papst Benedikt XVI. zum Dialog mit einem offenen Brief an den Vatikan aufgenommen. Darin wiesen sie auf die besondere Verantwortung von Christen und Muslimen, die zusammen 55 Prozent der Weltbevölkerung ausmachten, für den Weltfrieden hin.
In dem Brief äußerten die Religionsführer auch ihre Zufriedenheit darüber, dass der Papst mehrfach sein Bedauern über Missverständnisse in seiner Regensburger Vorlesung ausgedrückt habe. Vor allem schätzten sie, dass das Zitat des byzantinischen Kaisers über den Propheten Muhammed (saw) nicht die Meinung des Papstes wiedergebe und er sich davon mit vollem und tiefem Respekt für die muslimischen Gläubigen distanziert habe.
Darüber hinaus betonten die religiösen Führer die Notwendigkeit von klärenden Gesprächen für Fragen wie: ob die Bestimmung des Korans „kein Zwang in Glaubenssachen“ auch für den Islam an der Macht gelte oder wie die vom Islam vertretene Transzendenz Gottes sich zur Vernunft, zur Gewalt als Vernunftwidrigkeit verhalte, ob Zwangsbekehrungen dem Koran entsprächen und ob der Prophet Muhammed (saw) etwas Neues darin gebracht habe, was die Glaubensüberzeugung eines anderen betreffe.
Damit gehen die muslimischen Religionsführer genau auf die Fragen beim „Regensburger Manifest“ über das Verhältnis von Glauben und Vernunft, Religion und Gewalt in den Weltreligionen, ein. (hv)