26.10.2006 Nachrichten>Deutschland
Migrantenkinder werden in der Schule zu wenig gefordert
Sozialforscher: „Die Einteilung in leistungsstarke
und leistungsschwache Schüler und Schultypen hemmt die Entwicklung leistungsschwächerer
Schüler“
Eine
Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zeigt,
dass der Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund nicht nur von
Sprachkenntnissen abhängt, sondern auch vom Vertrauen der Lehrer in ihre
Fähigkeiten. Das ergaben Forschungen in den USA. Von Kindern mit Migrationshintergrund
werde weniger erwartet. Je niedriger die Messlatte liege, desto wahrscheinlicher
sei es, dass die Schüler tatsächlich schlechtere Ergebnisse erzielen.
Auch negative Stereotype können laut der Studie dazu führen, dass
der Anspruch der Schüler an die eigene Leistung sinkt.
Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Entwicklung leistungsschwächerer Kinder durch die Einteilung in leistungsstarke und leistungsschwache Schüler und Schultypen gehemmt wird. Dadurch werde die Bildungsungleichheit weiter verstärkt. Davon seien vor allem Migrantenkinder betroffen, da sie häufiger die Hauptschule besuchten. Sozialforscher forderten daher heterogen zusammengesetzte Schulkassen mit höheren Leistungsanforderungen. (hv)