22.09.2005 | Nachrichten>Deutschland
Religionsgruppen fordern schnelle Regierungsbildung
Die beiden großen Kirchen, Juden
und Muslime haben die Parteien zur schnellen Bildung einer stabilen Regierung
aufgefordert
Der
Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang
Huber, forderte die Parteien zu einer schnellen Bildung einer handlungsfähigen
Regierung auf. Bischof beklagte darüber hinaus, dass im Wahlkampf über
einzelne Fragen zuviel diskutiert wurde, und dass klare Vorstellungen über
die Zukunft der Gesellschaft, das Miteinander der Generationen, den Umgang mit
Kindern und alten Menschen in Deutschland gefehlt haben.
Die schnelle Bildung einer stabilen Regierung war auch die Forderung vom rheinischen Präses Nikolaus Schneider. Schneider warnte zudem vor Neuwahlen und sagte, dass dies eine Zumutung für die Menschen in diesem Land wäre.
Neben einer stabilen Regierung forderte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, weiterhin die Bekämpfung des Rechtsradikalismus. Es gehe dabei nicht nur um den Schutz der jüdischen Gemeinden, sondern um den Schutz des ganzen Landes und der Demokratie vor Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus, sagte Spiegel. Zudem reagierte Spiegel erleichtert über das schlechte Abschneiden rechtsextremer Parteien.
Der Vorsitzende des Islamrates, Ali Kizilkaya, sagte, er
erwarte von der neuen Bundesregierung eine vernünftige Integrationspolitik
mit weniger Misstrauen und mehr Toleranz. Im Gegensatz zu besorgniserregenden
Äußerungen mancher Politiker vor den Wahlen, erwarte er künftig
einen sachlichen Umgang mit den Minderheiten, so der Islamratsvorsitzende. (hv)