29.09.2005 | Nachrichten>Deutschland
Muslime wieder bei ihrer Religionsausübung in Hessen gestört
Bei einer landesweiten Razzia der hessischen Polizei wurden im Umfeld einer Moschee sogar ganze Strassen abgesperrt und alle dort anwesenden Personen überprüft

Bei einer landesweiten Razzia in Hessen hat die Polizei insgesamt 1260 Personen kontrolliert und dabei 38 Personen festgenommen. Grund für die Festnahmen waren zumeist aufenthaltsrechtliche Verstöße. Der hessische Innenminister Volker Bouffier sagte: „Die Aktionen waren notwendig. Ziel des landesweiten Fahndungs- und Kontrolltages war die vorbeugende Bekämpfung krimineller „islamistischer Strukturen“.“ Diese würden, so Bouffier, auch zu Unterstützung internationaler Extremisten oder Terroristen genutzt. Worauf sich dieser Vorwurf stützt, konnte Bouffier jedoch nicht festmachen.

Bouffier kündigte an, dass die Polizei weiterhin alle Maßnahmen ergreifen werde um den vermeintlichen Extremismus zu bekämpfen. „Hessen geht auf Nummer sicher“, sagte er.

Bei der Kontrollaktion waren 500 Polizisten im Einsatz, die insgesamt in 20 Städten verschiedene Läden, Geschäfte und Einrichtungen kontrollierten. Darüber hinaus wurden Bahnhöfe sowie überregionale Straßen kontrolliert. Im Frankfurter Bahnhofsviertel wurde die Münchnerstrasse komplett abgesperrt und alle dort anwesenden Personen überprüft. Außerdem wurden dort in der Nähe einer Moschee 16 Geschäfte und Gaststätten kontrolliert.

„Rechtsfreie Räume und Tabuzonen werden wir nicht zulassen. Falsch verstandene Toleranz hilft hier nicht weiter“, sagte der Innenminister, erklärte jedoch zugleich, dass derzeit keine Hinweise auf konkrete Gefährdungen in Hessen vorliegen. (hv)

nach oben zurück