30.09.2005 | Nachrichten>International
Schulen in Spanien nehmen Islamunterricht in ihren Lehrplan auf
Vierzig öffentliche Schulen in Spanien
nahmen mit Beginn des neuen Halbjahres den Islamunterricht in ihren Lehrplan
auf
Nachdem die spanische Regierung und der Verband der islamischen Organisationen
sich über einen Islamunterricht an öffentlichen Schulen geeinigt hatten,
wurde der Islamunterricht zwar in den Lehrplan aufgenommen, jedoch bisher nur
an zwei Schulen gelehrt. Diese befinden sich in den Städten Melilla und
Ceuta, zwei Städte, deren Muslimanteil bei vierzig Prozent liegt.
Einem Bericht des Bildungsministeriums zufolge fehle es an qualifizierten Lehrern.
Da die Regierung beschlossen hat, keine Lehrer aus muslimischen Ländern
einreisen zu lassen, wird der Islamunterricht nur in den Lehrplan der Schulen
in Andalusien, Aragon und Basque aufgenommen.
Nur siebzehn der sich bewerbenden Lehrer erfüllen bisher die Voraussetzungen,
in Spanien aufgewachsen zu sein und einen Hochschulabschluss zu haben. Deshalb
könne nur in diesen drei Regionen an vierzig Schulen der Islamunterricht
gelehrt werden, so das Bildungsministerium.
Aufgrund des Lehrermangels kann der Islamunterricht nicht an den Schulen in Madrid (100 000 muslimische Einwohner), in Barcelona (150 000 Muslimen) und auf den Kanaren, wo mehrere Tausend Muslime leben, gelehrt werden.
Der Vorsitzende des Verbandes der islamischen Organisationen, Abdel Salam Masour, erklärte, dass trotz der geringen Zahl an Schulen und Lehrern es für sie ein wichtiger Schritt sei, dass der Islamunterricht mit in den Lehrplan aufgenommen wurde.
Andererseits wurde die geringe Nachfrage der muslimischen Schüler von islamischen Organisationen sehr bedauert. Nur 25 000 der 80 000 muslimischen Schüler in den 40 Schulen meldeten sich für den Islamunterricht an.
Das Bildungsministerium gab bekannt, dass der Lohn der Lehrer
1200 Euro betrage. (sa)