04.09.2006 Nachrichten>International
Vereinte Nationen kritisieren Israel wegen Einsatz von Streubomben
UN-Nothilfekoordinator: „Israelische Armee
hat 90 Prozent der Streubomben in den letzten 72 Stunden vor dem Waffenstillstand
geworfen“
Im Südlibanon wurden nach UN-Angaben bisher 405 Einschlagsorte von israelischen Streubomben entdeckt. „Jeden Tag kommen etwa 30 weitere dazu. Das ist Anlass zu großer Sorge“, sagte Dalya Farran vom „Mine Action Coordination Centre of South Lebanon“, das im Libanon nach nicht explodierter Munition sucht, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Wie die libanesische Armee mitteilte, wurden seit dem Beginn des Waffenstillstands 13 Libanesen durch solche Munition getötet. Zudem gebe es im Libanon noch 400.000 Landminen, die in früheren Kriegen angelegt wurden.
UN-Nothilfekoordinator Egeland rechnet mit bis zu 120.000 Bomben, die nicht explodiert sind und somit noch Jahre lang eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen können. „Täglich werden Menschen versehrt, verwundet und durch diese Waffen getötet, es hätte nicht passieren dürfen“, sagte der UN-Nothilfekoordinator.
Egeland bezeichnete das Vorgehen der israelischen Armee als schockierend und unmoralisch. 90 Prozent der Streubomben seien nämlich in den letzten 72 Stunden vor dem Waffenstillstand geworfen worden.
Egeland berichtete zudem, dass nach UN-Einschätzungen etwa 200.000 Flüchtlinge nicht in ihre Häuser zurückkehren könnten, weil sie zerstört oder wegen Blindgängern unbewohnbar seien. (hv)