07.09.2006 Nachrichten>Deutschland
Islamischer Religionsunterricht an Baden-Württembergs Grundschulen
Zwölf Grundschulen in Baden-Württemberg bieten islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache an

Im neuen Schuljahr wird es an zwölf Grundschulen in Baden-Württemberg islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache geben. Anders als Islamkunde soll Religionsunterricht mit Bekenntnischarakter angeboten werden. Kultusminister Helmut Rau (CDU) sagte: „Der islamische Religionsunterricht festigt die Glaubensidentität und fördert gleichzeitig die Integration.“

Den Lehrplan des sunnitisch geprägten Religionsunterrichts hat eine Steuerungsgruppe aus Pädagogen und Vertretern islamischer Gruppen, die von der ehemaligen Kultusministerin Annette Schavan eingesetzt wurden, entwickelt. Der Lehrplan für den alevitischen Religionsunterricht wurde von der Alevitengemeinde Deutschland e.V. erarbeitet.

Der neue Religionsunterricht wird an insgesamt zwölf Grundschulen in Freiburg, Offenburg, Singen, Stuttgart, Heilbronn, Mannheim, Philippsburg und in Villingen-Schwenningen vermittelt. Nach Angaben des Kultusministeriums haben sich bisher 235 Schüler für den Unterricht angemeldet. Die Versuchsphase ist auf vier Jahre angelegt.

Der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya, begrüßte die Einführung des neuen Religionsunterrichts, kritisierte jedoch zugleich, dass die Lehrer von der Schulverwaltung ausgewählt wurden, und nicht von den Religionsgemeinschaften, die an dem Lehrplan mitgewirkt hatten. Die christlichen Kirchen dürften dagegen ihre Lehrer selbst auswählen.


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