04.09.2007 Nachrichten>International
Muslime empört über schamlose Propheten-Karikatur in Schweden
Die Veröffentlichung einer neuen Propheten-Karikatur in einer schwedischen Zeitung stößt bei Muslimen weltweit auf Kritik

Ähnlich wie in Dänemark hat nun die schwedische Zeitung „Nerikes Allehanda“ eine provokative Karikatur veröffentlicht, die den Propheten Muhammed (saw) verhöhnt. Eines der ersten offiziellen Proteste kam vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad, der den Vorfall als „einen dummen Fehler einer unbedeutenden Zeitung“ bewertete und schwedische Behörden aus diesem Anlass kritisierte. Sprecherin des schwedischen Außenministeriums, Sofia Karlberg, äußerte ihr Bedauern. „Es ist bedauerlich, dass die Karikatur Muslime beleidigt hat.“ Sie würden sich jedoch nicht entschuldigen, da sie nicht die Karikaturen veröffentlicht haben. „Im Einklang mit der Pressefreiheit liegen die redaktionellen Entscheidungen bei den Zeitungen selbst.“

Unterdessen kamen muslimische Gruppen in Schweden mit den Zeitungsredakteuren zusammen, die die Karikatur veröffentlicht hatten. Vertreter muslimischer Organisationen erklärten, dass Vorfälle dieser Art den interreligiösen und interkulturellen Dialog stark beeinträchtigen. Forderungen der Muslime sich zu entschuldigen, wurde jedoch insbesondere vom Chefredakteur der Zeitung Nerikes Allehanda, Ulf Johansson, mit der Begründung abgewiesen, in Schweden gebe es die Pressefreiheit.

Auch der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz, Ekmeleddin Ihsanoglu, kritisierte die Veröffentlichungen der beleidigenden Karikatur und sagte: „Solch verantwortungsloses und hinterhältiges Verhalten hegt die Absicht, Muslime weltweit zu provozieren. Daher appelliere ich an alle Muslime, Ruhe zu bewahren. Weiterhin fordere ich die Verantwortlichen auf, sich offiziell zu entschuldigen. Zudem müssen der Karikaturist und die Redakteure bestraft werden.“

Die Vorsitzende des muslimischen Rats in Schweden, Helena Benauda, sagte, sie seien nach dem jüngsten Vorfall in Dänemark über diese Veröffentlichung in Schweden äußerst überrascht. Benauda äußerte, nach einer Unterredung mit den Zeitungsredakteuren ihren Glauben, dass ihr Standpunkt von den Zeitungen eingesehen wurde.

Der Chefredakteur der „Nerikes Allehanda“, Ulf Johansson, beharrt jedoch auf seiner Einstellung und behauptet, der Vorfall sei mit denen in Dänemark nicht zu vergleichen. Sie würden sich für die Rechte und religiöse Freiheit der Muslime in Schweden einsetzen. Dennoch sei für sie die Freiheit für Meinungsäußerung genauso wichtig wie die religiöse Freiheit. (ab)


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