06.09.2007 Nachrichten>Deutschland
Sicherheitsbehörden verhindern Terroranschlag
Ein Anschlag auf den Frankfurter Flughafen wurde durch die Festnahme von drei mutmaßlichen Terroristen verhindert, so die Sicherheitsbehörden

Am Dienstagnachmittag hat die Bundesanwaltschaft drei mutmaßliche Mitglieder einer terroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Die Beschuldigten wurden dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt. Gegen die Drei sei ein Haftbefehl erlassen worden, sagte Bundesanwalt Rainer Griesbaum in Stuttgart. Es werde gegen weitere fünf Terrorverdächtige ermittelt. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden habe die Vereinigung Anschläge auf den Frankfurter Flughafen und die US-Militärbasis Ramstein geplant. Bei den drei Männern handele es sich um zwei Deutsche und einen Türken.

Generalbundesanwältin Monika Harms bestätigte in ihrer gestrigen Pressekonferenz die durch die Sicherheitsbehörden ermittelten Informationen. Es sei „eine der bislang schwerwiegendsten Anschlagsplanungen“ in Deutschland gewesen. Über mögliche Ziele machte sie jedoch keine konkreten Angaben. "Es gab eine unmittelbare Bedrohungslage", bestätigte auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in der ARD. Harms sagte am Mittwoch außerdem, dass die drei am Dienstag festgenommenen Verdächtigen einer deutschen Zelle des internationalen Terrornetzwerks Dschihad-Union angehörten. Die Dschihad-Union stehe in engem Kontakt mit dem Terrornetzwerk El Kaida, ergänzte der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bewertete die Festnahmen als einen „sehr großen Erfolg“ und dankte den Sicherheitsbehörden. Die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus sei von „entscheidender Bedeutung“ gewesen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) sah in der Festnahme der mutmaßlichen Terroristen ebenfalls einen Beweis für die Effektivität der deutschen Sicherheitskonzepte.

Islamratsvorsitzender Ali Kizilkaya nannte in einer ersten Stellungnahme die mutmaßlich geplanten Anschläge einen schrecklichen Vorfall und warnte zugleich davor, dass es nicht zu einem „Generalverdacht gegen Konvertiten“ kommen dürfe, nur weil es sich bei zwei der festgenommenen Männer um Konvertiten handelt. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Festnahme der terrorverdächtigen Personen ebenfalls begrüßt. (sa)


nach oben zurück