10.09.2007 Nachrichten>International
Türkische Bevölkerung lehnt Führungsrolle der USA und EU ab
Die jährliche Studie "Transatlantic
Trends", für die Menschen aus zwölf EU-Staaten und der Türkei
befragt wurden, zeigt in der Türkei eine nachlassende Befürwortung
einer EU-Mitgliedschaft, eine kontinuierliche Kritik an der globalen
Führungsrolle
der USA und der EU sowie einen sinkenden Rückhalt für die NATO
Die Zustimmung in der Türkei zu einem EU-Beitritt ist laut der Studie „Transatlantic Trends“ deutlich gesunken. Diejenigen Türken, die eine EU-Mitgliedschaft positiv betrachten, bilden nur 40% der Befragten. Im Vorjahr waren es noch 54%. Die größte Anzahl unter den Befragten Europäern (42%) empfindet eine EU-Mitgliedschaft der Türkei weder als positiv noch negativ; 22% betrachten sie positiv und 3% negativ. Wie im Vorjahr weisen Frankreich und Deutschland den höchsten Prozentsatz an Befragten auf, welche eine Türkei-Mitgliedschaft ablehnen (49% in Frankreich, 43% in Deutschland).
Die Befragten in der Türkei lehnen größtenteils eine Führungsrolle der USA und EU in weltpolitischen Angelegenheiten ab: 74% der türkischen Umfrageteilnehmer betrachten die globale Führungsrolle der USA als nicht wünschenswert und zum ersten Mal empfindet eine Mehrheit (54%) auch die EU-Führungsrolle als nicht wünschenswert. 83% der Befragten missbilligen Präsident Bush‘s Außenpolitik.
Die türkische Zustimmung zur NATO ist seit 2004 rückläufig. 34% der Befragten sind der Ansicht, die NATO sei für die Sicherheit des Landes nicht mehr von Bedeutung.
Die Umfrage „Transatlantic Trends“ ist eine jährliche Meinungsumfrage, die europäische und US-amerikanische Einstellungen zum transatlantischen Verhältnis untersucht. Sie gibt Einsicht in US-amerikanische und europäische Einstellungen zu einer Vielzahl von aktuellen internationalen Fragestellungen. (sa)