23.09.2007 Nachrichten>International
Flutkatastrophe in Afrika
Nach extremen Regenfällen in West-, Ost-
und Zentralafrika sind bisher mindestens 250 Menschen ums Leben gekommen. In
mindestens 17 Ländern von Senegal im Westen bis Äthiopien im Osten
seien mehr als 1,5 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen
„Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen wird“, sagte Hans Jürgen Edding, Gesundheitskoordinator der Internationalen Föderation von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond für West- und Zentralafrika. Selbst wenn die Regenfälle aufhören, bestehe die Gefahr, dass große Flächen unter stehendem Wasser bleiben werden, sagte Edding. „Das sind Brutstätten für Malaria.“ Im Norden Ghanas an der Grenze zu Burkina Faso gebe es bereits die ersten Durchfallerkrankungen.
Auch das Kinderhilfswerk UNICEF berichtet über eine Zunahme von Durchfallerkrankungen um 30 % im Hochwassergebiet von Uganda. Vor allem Kleinkinder seien wegen mangelnder Hygiene gefährdet. Das Schmutzwasser habe die Brunnen verseucht und sei somit „Brutherd für Erreger von lebensgefährlichem Durchfall, Cholera und anderen Infektionskrankheiten.“
Nach Angaben des Welternährungsprogramm (WFP) gelten die Fluten als die bisher schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten in Afrika. Die starken Regenfälle hätten auch die Ernten beschädigt, so dass 300.000 Bauern ihre Lebensgrundlage verloren haben. Zu den besonders schwer betroffenen Regionen gehören der Süden von Somalia im Osten und Ghana im Westen des Kontinents.
Das UNO-Kinderhilfswerk veröffentlichte heute einen internationalen Nothilfeaufruf in Höhe von fünf Millionen Euro zur Versorgung der Kinder in den Notstandsgebieten allein in Uganda in den kommenden Wochen. Das Bundesentwicklungsministerium stellte dem Welternährungsprogramm 500.000 Euro für Nothilfe in Ghana und Uganda zur Verfügung. Nach Angaben der Internationalen Föderation der Gesellschaften des Roten Kreuzes und den Roten Halbmonds brauchen die Menschen neben sofortiger Nahrungshilfe vor allem Hilfen zum Wiederaufbau ihrer Felder. (sa)