Freitag 26. September 2008
Auftaktveranstaltung
des KRM zum „Tag der offenen Moschee“

Unter dem Motto „Moscheen – Orte der Besinnung und des Feierns“ lädt der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland alle Bürgerinnen und Bürger ein, den Islam und die Moschee näher kennenzulernen.
Die Initiative des Tages der offenen Moschee (TOM) am 3. Oktober hat bereits Tradition. Durch diese schon seit 12 Jahren durchgeführten Initiative der Moscheen erhalten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, eine Moschee zu besichtigen und mit das Gemeindeleben der Muslime aus nächster Nähe zu erfahren.
Mit Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Büchertischen und kulturellen Beiträgen suchen die Moscheegemeinden das Gespräch mit ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern und empfangen sie in gewohnter Gastfreundschaft.
In folgt der 3. Oktober unmittelbar auf das dreitägige Ramadanfest, das am Ende des Fastemonats gefeierte wird. Zum zweiten mal laden die Mitgliedsverbände im Koordinationsrat – DITIB, IRD, VIKZ und ZMD – zum Tag der offenen Moschee am 03.10.2008 ein. Die Auftaktveranstaltung zum Tag der offenen Moschee 2008 findet dieses Jahr am Vortag des Ramadanfestes (Arafa) statt.
Neben der Ankündigung des TOM 2008 wird es ein Pressegespräch mit Vertretern der vier Verbände geben. Außerdem wird die turnusmäßige Übergabe der Sprecherfunktion des KRM vorgenommen werden. Der derzeitige KRM-Sprecher und Vorsitzender des Islamrates (IRD) wird seine Aufgabe übergeben.(am)
Zeit: Montag, 29.09.2008, 10.30 – 12.00 Uhr
Ort: Verband der Islamischen Kulturzentren e.V.
Villa Hahnenburg, Acker Str.146, 51065 Köln
Montag 22. September 2008
Demonstranten
verhindern „Hetzkongress“

„So viele Menschen haben sich selten mit den Muslimen im Lande solidarisiert“. Mit diesen Worten beschrieb der nordrhein-westfälische Integrationsminister, Armin Laschet, im „Deutschlandfunk“ seine Zufriedenheit über den breiten bürgerlichen Widerstand gegen den „Anti-Islamisierungskongresses“ der rechtsradikalen Gruppe „Pro Köln“.
Für den Integrationsminister ist „Pro Köln“ der Verlierer des eigenen „Hetzkongresses“. Laschet sagte dem „Tagesspiegel am Sonntag“, dass es klar geworden sei, „dass viele Menschen weder Angst vor den bei uns lebenden Muslimen haben noch Hass gegen sie empfinden.“ Und dies zum ersten Mal, so Laschet. „Wann hat es das schon einmal gegeben, dass sich eine ganze Stadt schützend vor ihre Muslime stellt?“
Der Minister stellte klar, dass rechtsradikale Politik auf dem Rücken von Muslimen nicht zugelassen werde. Es sei nicht legitim, „wenn nun auf den Gefühlen der Muslime, auf dem Gefühl einer Religionsgemeinschaft ein solcher Hetzkongress stattfindet und da sind sich eigentlich alle Kölner einig“ sagte Laschet.
Der Kölner Oberbürgermeister Schramma sagte, dass sich die Kölner „mit Herzblut, Witz und Intelligenz“ erfolgreich gegen „diesen rassistischen Schwachsinn gestemmt“ haben. Ministerpräsident Rüttgers ist der Überzeugung, dass die Kölner mit ihrem Einsatz klargestellt hätten, dass „Toleranz und Mitmenschlichkeit unverrückbare Werte in unserem Land sind.“
„Anti-Islamisierungskongress“ wegen der starken Gegendemonstrationen verboten
Zehntausende Demonstranten haben am Samstag in der Kölner Innenstadt die Abhaltung des Kongresses mit Sitzblockaden verhindert. Sämtliche Zugänge zum Versammlungsort wurden blockiert. Die Polizei untersagte das Treffen, weil sie die Sicherheit der Teilnehmer nicht hätte gewährleisten können.
Zuvor konnten die Rechtsextremisten auch die geplante Stadtrundfahrt durch die vermeintlichen Problemvierteln nicht durchführen. Sie waren dann auch von ihrem Hotel auf die Straße gesetzt worden. (sa)
Sonntag 21. September 2008
Deutsche Bank auf
muslimischem Kundenfang mit „Islam-Fonds“
Deutsche
Bank erweitert seine Zielgruppe, indem es für Muslime Produkte nach muslimischem
Glauben anbietet. Demnach sind Investitionen mit muslimischen Geldern in Wirtschaftszweige
wie Glücksspiel, Alkohol, Schweinefleischvertrieb- und Verarbeitung sowie
pornografische Unterhaltungsindustrie verboten.
Nach den USA und einigen anderen europäischen Ländern wie England und Liechtenstein, steigt nun auch die Deutsche Bank in das Geschäft ein, koran-konforme Investments für muslimische Kunden zurechtzuschneiden. So möchte das größte deutsche Geldhaus an dem Markt teilnehmen, dessen Anteil auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt wird.
Dieser Markt wird nach Ansicht der Deutschen Bank in den kommenden fünf Jahren um jeweils mehr als 15 Prozent jährlich wachsen. Das Vermögen der 1,4 Milliarden Muslime weltweit wird auf 2400 Milliarden Dollar geschätzt. Der größte Teil davon konzentriert sich auf den Nahen Osten.
Bezüglich zum Thema teilte der Projektleiter der Deutschen Bank, Thorsten Michalik mit, dass die sogenannten koran-konformen Investitionen den islamischen Regeln entsprechen würden. „Wir haben uns nach den muslimischen Fonds orientiert, die bereits in anderen Ländern vertrieben werden, damit unsere muslimischen Kunden ihre Investitionen mit ihrem Glauben vereinbaren können“, so Michalik, der die Fonds zum Ramadan gestartet hat.
Bereits 2006 gelang der Deutschen Bank mit ihrer Tochtergesellschaft DWS, neue Kunden in arabischen Ländern mit ähnlichen Investments zu gewinnen. Ihr gehört die zwei Milliarden Dollar schwere „DWS Noor Islamic Funds“, deren Kunden hauptsächlich zahlungskräftige Araber sind. Auf der anderen Seite kündigte die erste islamische Bank in Britannien, die Islamic Bank of Britain, an, Zweigstellen auch in Deutschland zu eröffnen. (ab)
Dienstag 09. September 2008
Mit
Kopftuch außen vor? – Eine Broschüre des Landes Berlin

In einer gemeinsam veröffentlichten Broschüre der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung und der Integrationsbeauftragten des Landes Berlin, bezeichnet die Berliner Senatorin Dr. Heidi Knake-Werner die Bekämpfung von Ungleichbehandlungen gegenüber muslimischen Frauen als ein politisches Ziel des Senats. Kritiker wie Seyran Ates beanstanden nun, das Kopftuch tragende Frauen als Opfer dargestellt würden.
Tatsache sei, „dass Musliminnen aufgrund des Kopftuchs immer wieder auf Unverständnis sowie Vorurteile stoßen und gerade auch im Erwerbsleben manifeste Benachteiligungen und Diskriminierungen erfahren“, so die Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Dr. Heidi Knake-Werner. Speziell muslimische Frauen mit Kopftuch würden oft pauschalisierend als unemanzipiert und als nicht integriert bezeichnet. Vielerorts würden sie aufgrund ihres Kopftuchs sogar auf Ablehnung stoßen. Beispiele von Diskriminierungserfahrungen, die der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung bekannt geworden sind, zeigten, dass in den letzten Jahren diese Ablehnung auf erschreckende Weise zugenommen hat.
Mit der Broschüre, die seit Juli bei der Senatsverwaltung für Integration erhältlich ist, beabsichtigt Knake-Werner, „über Diskriminierungen Kopftuch tragender Frauen aufzuklären und Perspektiven für die Handlungsebene zu entwerfen“. Ferner soll den betroffenen Frauen Mut gemacht werden, damit sie sich besser gegen Diskriminierungen zu Wehr setzten und ihre Rechte einfordern können. Auch soll zur Verbesserung ihrer gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Partizipation beigetragen werden. Dabei beruft sich die Senatorin auf das Grundgesetz sowie auf diverse EU-Richtlinien und spezialgesetzliche Regelungen auf Bundesebene.
Tragen des Kopftuchs vordringlich religiös begründet
Kritiker wie Seyran Ates oder die frühere Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses und Schulsenatorin Hanna-Renate Laurien lehnen den Einsatz von Knake-Werner für die Gleichbehandlung von muslimischen Frauen strikt ab. Sie begründen ihre Ablehnung mit dem Hinweis, dass etwa das Kopftuch kein religiöses, sondern ein politisches Symbol sei. Weiter wird ausgeführt, dass ein Kopftuch Zwang und Unterdrückung bedeute.
Die der Broschüre zugrunde gelegenen Befragungen von muslimischen Frauen ergeben dagegen, dass für viele muslimische Frauen das Tragen des Kopftuchs das Ergebnis eines „individuellen Entscheidungsprozesses“ ist. Für viele Frauen sei das Tragen des Kopftuchs vordringlich religiös begründet, gemäß ihrer Interpretation des Islams, die das Tragen des Kopftuchs vorschreibt. Die Ergebnisse der Studien belegten, dass die häufig vertretene Annahme, dem Tragen des Kopftuchs liege immer Unterdrückung oder Zwang zugrunde, sich so nicht halten lässt.
Wie der Broschüre weiter zu entnehmen ist, zeigen Ausführungen von befragten Musliminnen, dass eine pauschalisierende Betrachtung oder Beurteilung der Komplexität der Thematik nicht gerecht wird und weder zum Abbau der tatsächlich bestehenden Diskriminierung Kopftuch tragender Frauen beiträgt, noch der Schaffung von Gegebenheiten zuträglich ist, die jeder Frau eine selbstbestimmte Entscheidung ermöglichen. (sa)
Dienstag 02. September 2008
Deutsche
Soldaten töten afghanische Zivilisten

Deutsche Soldaten schießen in Afghanistan an einem Kontrollpunkt auf ein Auto und töten drei afghanische Zivilisten.
Deutsche Soldaten töteten bei einem Zwischenfall in Afghanistan nahe der Stadt Kunduz eine Frau und zwei Kinder. Weitere zwei Kinder wurden verletzt. In einer ersten Stellungnahme bestätigte die Bundeswehr, dass die tödlichen Schüsse von deutschen Soldaten abgefeuert worden sind. Weiterhin wurde mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft hierzu ordnungsgemäß ein Verfahren eingeleitet hat.
Nach diesem Zwischenfall forderten deutsche Politiker die baldige Beendigung des deutschen Militäreinsatzes in Afghanistan. Unterdessen warnte der Grünen-Verteidigungsexperte davor, dass die Bundeswehr in Afghanistan in eine aussichtslose Lage gerät, in der sich deutsche Soldaten und afghanische Zivilisten mit Skepsis und Angst gegenüberstehen und schloss sich der Forderung an, den deutschen Bundeswehreinsatz in Afghanistan schnellstmöglich zu beenden.(ab)
Montag 01. September 2008
Ausländerfeindliche NPD-Plakate in Bayern konfisziert

Die bayrische Polizei hat in den Landeskreisen Würzburg und Kitzingen rassistische Wahlplakate der rechtsextremen NPD beschlagnahmt.
Die eingezogenen Plakate mit einer Überschrift „Guter Heimflug“ zeigen die Karikatur einer Gruppe von Ausländern, die auf eine fliegenden Teppich sitzen. Die leitende Oberstaatsanwaltschaft in Würzburg sieht darin ausreichende Strafbestandteile der Volksverhetzung. „Hier werden bestimmte Teile der Bevölkerung böswillig verächtlich gemacht. Wir haben deshalb beim Würzburger Amtsgericht einen Beschlagnahme-Beschluss für diese Plakate erwirkt.“, so der Oberstaatsanwalt Clemens Lückemann.
Weitere Staatsanwaltschaften ermitteln bereits bezglich desselben in den bayerischen Städten Bamberg, Augsburg und München aufgetauchte Wahlplakat. Das fragliche Plakat sei mittlerweile von der Internetseite der NPD in Bayern entfernt worden. (ab)