Freitag 26. September 2008
Hutba – Die Kadr-Nacht

„Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht des Schicksals ist? Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit ihres Herrn Erlaubnis herab, mit jeglichem Auftrag – Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“ (Sure Kadr, [97:1][97:2][97:3][97:4][97:5])
Verehrte Muslime,
wieder einmal hat uns Allah ermöglicht, die gesegnete Kadr-Nacht erleben zu dürfen. In dieser Nacht begann die Offenbarung (Wahij) des Korans, sie ist „besser als tausend Monate“. Möge uns Allah auch ermöglichen, diese außerordentliche Gelegenheit in bester Weise zu nutzen. Wir bitten Allah, dass diese Nacht Anlass zu Gutem für die islamische Welt werde. Um die Wichtigkeit der Kadr-Nacht zu erläutern, widmet sich der Koran in einer seiner 114 Suren dieser besonderen Nacht. In dieser Nacht begann nämlich die Offenbarung des Korans und damit der Beginn der Religion (Dîn) des Islams. In dieser Sure heißt es: „Wir haben ihn wahrlich in der Nacht des Schicksals herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht des Schicksals ist? Die Nacht des Schicksals ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel und der Geist mit ihres Herrn Erlaubnis herab, mit jeglichem Auftrag – Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.“ (Sure Kadr, [97:1][97:2][97:3][97:4][97:5])
Verehrte Geschwister,
wie den Versen zu entnehmen ist, begann die Herabsendung des Korans in dieser Nacht. Deshalb ist der Gottesdienst (Ibâda), der in ihr verrichtet wird, tausend Mal mehr wert als der Gottesdienst von Tausend Jahren. Zudem wird in einigen Überlieferungen berichtet, dass Allah seinen Engeln in dieser Nacht alle Geschehnisse des kommenden Jahres mitteilt (Tadschîdi Sarîh, VI, 312). In dieser Nacht begeben sich der Engel Gabriel (Dschibrîl) und viele andere Engel auf die Erde. Bis zur Morgendämmerung herrscht in dieser Nacht Frieden, und kein Unheil wird die Erde heimsuchen. Die Engel grüßen jeden Gläubigen mit dem Friedensgruß und sprechen Bittgebete für ihn.
Verehrte Muslime,
im Grunde ist man sich nicht einig, wann die Kadr-Nacht genau ist. Doch wird allgemein angenommen, dass sie auf die siebenundzwanzigste Nacht des Monats Ramadan fällt. Denn der Gesandte Gottes hat gesagt: „Sucht die Kadr-Nacht in den letzen zehn geraden Nächten des Ramadan.“ (Buchârî, Lajlatul Kadr, 3; Muslim, Sijâm, 216) Aufgrund dieser Ungewissheit soll man – wie schon ein türkisches Sprichwort sagt – so verhalten, als sei jede Nacht die Kadr-Nacht. Auch in einer Überlieferung von Abdullâh bin Mas'ûd (ra), in der der Prophet zur Kadr-Nacht befragt wurde, sagte er: „Wer das ganze Jahr über mit Gottesdiensten verbringt, wird die Kadr-Nacht nicht verfehlen.“ Die Weisheit, die wohlmöglich dahinter steckt, ist, die Gläubigen zu mehr Gottesdiensten anzuspornen. Deshalb sollten die Gläubigen vor allem diese Nacht nicht einfach verstreichen lassen, sondern mit Gebeten verbringen. Laut Abû Hurajra (ra) hat der Gesandte Gottes folgendes gesagt: „Wer aus reinem Glauben und den Lohn von Gott erwartend in der Kadr-Nacht betet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben. Und wer im Ramadan aus reinem Glauben und die Belohnung von Allah erhoffend fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.” (Buchârî, Kadr, 1)
Verehrte Geschwister,
wie sollen wir also die Kadr-Nacht verbringen? In dieser besonderen Nacht soll man viele Gebete (Salâh) verrichten, seinen Sünden bereuen (Tawba), viel aus dem Koran lesen und viele Bittgebete (Duâ) sprechen. Vor allem Bittgebete zu sprechen ist sehr verdienstvoll. Denn Sufjân as-Sawrî, einer unserer großen Gelehrten, sagte: „Bittgebete zu sprechen und (seine Sünden) zu bereuen, ist in der Kadr-Nacht besser als Gebete zu verrichten. Noch besser ist es erst aus dem Koran zu lesen und dann Bittgebete zu sprechen.“ (Tadschrîdi Sarîh-Übersetzung, VI, 313) Bezüglich des zu sprechenden Bittgebets kann uns folgende Überlieferung von Aischa (ra) helfen. Aischa (ra) fragte den Gesandten Gottes: „Wie soll ich in der Kadr-Nacht beten?“ Dieser antwortete: „Bete: Allâhumma innaka afuwwun, karîmun tuhibbul afwa fa’fu annî: O Allah, du bist der Verzeihende, der Großzügige. Du magst es zu vergeben, vergib auch mir.“ (Tadschrîdi Sarîh-Übersetzung, VI, 314)
Neben diesen mit dem Körper zu verrichtenden Gottesdiensten, gibt es auch sogenannte „materielle Gottesdienste“. So sollten wir – falls noch nicht geschehen – unsere Zakât und Fitr-Abgabe an die Bedürftigen und Armen entrichten bzw. Organisationen anvertrauen, die dies für uns vornehmen. Außerdem sollten wir an unserer zur Tradition gewordenen Kampagne zugunsten von unterdrückten und benachteiligten Menschen beteiligen. Zum Schluss möchten wir all unseren Geschwistern zur Kadr-Nacht gratulieren und hoffen, diese Nacht in gebührender Weise verbringen zu können.
Freitag 19. September 2008
Hutba – Die Eigenschaften der Gläubigen

„Die da glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von Unserer Gabe spenden: Und die da glauben an das, was auf dich herabgesandt wurde und vor dir herabgesandt wurde, und fest aufs Jenseits vertrauen. Diese folgen der Leitung ihres Herrn, und ihnen wird es wohl ergehen.“ [2:3][2:4][2:5]
Verehrte Muslime,
der Mensch wurde erschaffen, um Allah zu erkennen, seine Existenz und Einheit zu bezeugen und ihm zu dienen. Den Menschen, der dies tut, nennt man „Mu'min“. Im Koran werden die Gläubigen (Mu'minûn) und ihre Eigenschaften genauer dargestellt. Einige dieser Verse, an denen wir uns orientieren müssen, um ein wahrer Gläubiger zu werden, möchten wir nun wiedergeben.
Direkt am Anfang der zweiten Sure des Korans werden einige dieser Eigenschaften aufgezählt. Dort heißt es: „Die da glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von Unserer Gabe spenden: Und die da glauben an das, was auf dich herabgesandt wurde und vor dir herabgesandt wurde, und fest aufs Jenseits vertrauen. Diese folgen der Leitung ihres Herrn, und ihnen wird es wohl ergehen.“ [2:3][2:4][2:5]
In der Sure Mu'minûn wird gesagt, dass die Gläubigen sehr auf ihre Gottesdienste (pl. Ibâdât), ihr Verhalten, ihr Schamverständnis und ihre Vertrauenswürdigkeit bedacht sind. Diese werden errettet: „Wohl ergeht es den Gläubigen, die sich in ihrem Gebet demütigen, und sich von allem Nichtswürdigen fernhalten, und die die Steuer entrichten, und ihre Scham bewahren, außer gegenüber ihren Gattinnen oder denen, die sie von Rechts wegen besitzen; denn dann sind sie ja nicht zu tadeln. Wer aber etwas darüber hinaus begehrt, das sind die Übertreter. Und die das ihnen anvertraute Vermögen bewahren und ihr Versprechen erfüllen und die ihre Gebete verrichten.“ [23:1][23:2][23:3][23:4][23:5][23:6][23:7][23:8][23:9]
Verehrte Geschwister,
in der Sure Nûr wird auf eine andere Seite der Gläubigen verwiesen. Es wird hervorgehoben, dass die Gläubigen sogar in ihrem Alltag und bei ihrem täglichen Geschäft stets Allahs gedenken. Sie werden wie folgt gelobt: „Männer, die weder Handel noch Geschäft abhält von dem Gedenken an Allah und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Steuer. Sie fürchten den Tag, an dem sich Herzen und Blick verkrampfen.“ [24:37]
Zuletzt möchten wir auf die Verse in der Sure Furkân hinweisen. In ihr wird die Prinzipientreue der Gläubigen erwähnt, die erforderlich ist, um eine gesunde Gesellschaft zu etablieren. Ihr Verhalten in Wirtschaft und Gesellschaft wird hier betont: „Und Diener des Erbarmers sind diejenigen, welche auf Erden bescheiden auftreten. Wenn die Ahnungslosen sie anreden, entbieten sie ihnen den Friedensgruß. Und diejenigen, welche die Nacht verbringen, vor ihrem Herrn sich niederwerfend und (im Gebet) stehend. Und diejenigen, welche bitten: „O unser Herr! Wende von uns die Strafe der Hölle ab; denn diese Strafe ist ewige Pein, schlimm als Bleibe und Ruhestatt!“ Und diejenigen, welche beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind, sondern die richtige Mitte dazwischen einhalten. Und diejenigen, welche neben Allah keinen anderen Gott anrufen und niemand töten, wo Allah doch zu töten verboten hat, außer nach Gesetz und Recht; und die keine Unzucht begehen: Wer solches tut, findet Strafe. Verdoppelt soll ihm die Strafe am Tage der Auferstehung werden, und er soll entehrt ewig darin verweilen, Außer denen, die bereuen und glauben und gute Werke tun; denn deren Böses wird Allah in Gutes umwandeln. Und Allah ist verzeihend und barmherzig. Und wer bereut und Gutes tut, der wendet sich Allah zu. Und diejenigen, die kein falsches Zeugnis ablegen. Und diejenigen, welche mit Würde weitergehen, wenn sie unterwegs frivole Reden hören. Und diejenigen, die nicht wie taub und blind niederfallen, wenn sie mit der Botschaft ihres Herrn ermahnt werden.“ [25:63][25:64][25:65][25:66][25:67][25:68][25:69][25:70][25:71][25:72][25:73]
Verehrte Muslime,
gewiss ist es nicht möglich die anderen Verse diesbezüglich in einer Hutba unterzubringen; man muss sich mit Beispielen begnügen. Das Bild, das wir mit diesen Versen gezeichnet haben, dürfte jedoch ausreichend sein, um einen Gläubigen gemäß dem Koran zu porträtieren. Wir möchten die Hutba mit einigen Hadîthen beenden. Wir bitten Allah, dass er uns zu den Gläubigen zählt, die in den Versen und Hadîthen beschrieben werden. Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) sagte: „Der Muslim ist des Muslims Bruder. Er fügt ihm kein Leid zu und setzt ihn keiner Gefahr aus.“ (Buchârî, Mazâlim, 3; Muslim, Bir, 58) „Zwei Eigenschaften sind beim Gläubigen nicht anzutreffen: Geiz und ein schlechter Charakter.“ (Tirmizî, Bir, 41) „Ein Muslim ist jemand, vor dessen Hand (Handlung) und Zunge (Worten) die anderen sich nicht zu fürchten brauchen.“ (Buchârî, Îmân, 3; Muslim, Îmân, 58)
Freitag 12. September 2008
Hutba – Der Monat des Korans und der Solidarität

Im Ramadan war der Prophet, der ohnehin der Großzügigste unter den Menschen ist, noch großzügiger. Seine Gefährten, die den Weg des Gesandten Gottes gingen, gingen ihren Gottesdiensten besonders gewissenhaft nach und spendeten viel (Muslim, Îtikâf, 7)
Verehrte Muslime,
wir haben nun fast die Mitte des Monats Ramadan erreicht. Auch diese abgezählten Tage werden zu Ende gehen. Deshalb möchten wir daran erinnern, diese wenige Tage in sinnvoller Weise zu nutzen. Wir müssen dieser Zeit größte Aufmerksamkeit entgegen bringen und sie mit Gottesdiensten (pl. Ibâdât) verbringen und viel spenden. Denn dieser Monat ist die Zeit, in der man sich von allen Sünden befreien kann. Diesbezüglich sagte der Gesandte Gottes Muhammad (saw): „Wer aus reinem Glauben und den Lohn von Gott erwartend die Ramadannächte belebt (mit Gebeten verbringt), dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ (Nasâî, Îmân, 22, V, 117) „Der Anfang des Ramadan ist Barmherzigkeit (Rahma), die Mitte ist Vergebung und das Ende die Errettung aus der Hölle. Wer in diesem Monat die Last derjenigen, die sich in seiner Verantwortung befinden, mildert, dem vergibt Allah und rettet ihn vor den Qualen der Hölle.“ „Wenn der Ramadan beginnt, werden die Tore der Himmel geöffnet, die der Hölle geschlossen und die Teufel in Ketten gelegt.“ (Buchârî, Sawm, 5)
Verehrte Geschwister,
der Ramadan erhält seine Bedeutung aus der Tatsache, dass in ihm die Offenbarung des Korans begann. So ist es unsere Aufgabe, uns in diesem Monat verstärkt der Lektüre des Korans hinzugeben. Denn der Koran lehrt uns das Rechte und weist uns den Weg (Sure Bakara, [2:185]). Falls es Muslime unter uns gibt, die den Koran noch nicht lesen können, sollten diese es noch in diesem Monat erlernen. Diejenigen, die ihn lesen können, sollten es verbessern. Ihre freie Zeit sollten wir in erster Linie dazu nutzen, an den Koranlesungen (Mukâbala) in den Moscheen teilzunehmen. Dies ist eine Sunna des Propheten. Denn er und seine Gefährten haben ihn in diesem Monat verstärkt gelesen und über seine Verse nachgedacht. Im Ramadan pflegte der Gesandte Gottes sogar zusammen mit dem Engel Dschibrîl (Gebriel) die bis dahin offenbarten Verse zu rezitieren. Die seit Jahrhunderten praktizierte Koranlesung im Ramadan basiert auf dieser Sunna. Falls wir nicht an den Koranlesungen in den Moscheen teilnehmen können, sollten wir dies zusammen mit unserer Familie zuhause praktizieren. Am besten ist es, wenn man parallel zum Originaltext auch eine Übersetzung liest. Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass auch diese wertvolle Zeit schnell vergehen wird.
Verehrte Muslime,
eine andere Besonderheit des Ramadan ist der Îtikâf, also das Verweilen in der Moschee. Bis an sein Lebensende pflegte der Gesandte Gottes die letzten zehn Tage des Fastenmonats in der Moschee zu verbringen. Um diese Sunna aufrecht zu erhalten, sollten wir Sorge dafür tragen, dass zumindest einer den Îtikâf antritt.
Ebenfalls zu den Besonderheiten des Ramadans gehört, dass in diesem Monat die Geschwisterlichkeit und der Zusammenhalt unter den Menschen seinen Höhepunkt erreicht. Denn aus den Berichten zum Leben des Propheten sowie seiner Gefährten erfahren wir, dass diese neben den „körperlichen“ Gottesdiensten auch großen Wert darauf legten, die Zakât, die Firt-Abgabe zu entrichten und andere freiwillige Spenden (Sadaka, Infâk) zu geben. Im Ramadan war der Prophet, der ohnehin der Großzügigste unter den Menschen ist, noch großzügiger. Seine Gefährten, die den Weg des Gesandten Gottes gingen, gingen ihren Gottesdiensten besonders gewissenhaft nach und spendeten viel (Muslim, Îtikâf, 7).
Ein weiteres Merkmal dieses Monats ist seine einigende Kraft. Die Zahl der Armen und Bedürftigen in den europäischen Ländern ist im Vergleich zu den restlichen Regionen der Welt, insbesondere der Türkei, sehr gering. Wir sind verpflichtet auch ihnen zu helfen, indem wir uns an der Kampagne unserer Abteilung für Soziale Dienste beteiligen. So können wir gewährleisten, dass unsere Zakât, Fitr-Abgabe und andere Spenden diesen Menschen zugutekommen. Auf diese Weise nutzen wir den Ramadan auch für die Stärkung der Geschwisterlichkeit und Solidarität. Wir dürfen nicht vergessen, dass keine Sekunde unseres Lebens zurückkommen wird. In diesem Sinne müssen wir diese Zeit in bester Weise verbringen.
Freitag 05. September 2008
Hutba – Ramadan, Zakât, Fitr-Abgabe und Infâk

Der Ramadan ist der Monat Fastens, des Korans, der Zakât, der Sadaka und des Infâk.
Verehrte Muslime,
im Koran heißt es: „Die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben, gleichen einem Korn, das in sieben Ähren schießt, in jeder Ähre hundert Körner. Und Allah gibt doppelt, wem Er will, und Allah ist umfassend und wissend.“ (Sure Bakara, [2:261]) Zu dem Vermögen, dass auf dem Wege Allahs ausgegeben wird, gehört auch die obligatorische Zakât und andere verbindliche und freiwillige Spenden (Infâk, Sadaka). Die Zakât ist eine der fünf Säulen des Islams und wird im Koran an zweiter Stelle, direkt nach dem Gebet (Salah) genannt. Sie muss von Muslimen, die aus islamrechtlicher Sicht als wohlhabend anzusehen sind, an diejenigen acht Personengruppen entrichtet werden, die im Koran genannt werden. Die Zakât mit dem Bewusstsein eines Gottesdienstes (Ibâda) zu entrichten, bedeutet nicht nur einem Gebot Folge zu leisten, sondern auch den Zusammenhalt, die Solidarität und Barmherzigkeit unter den Menschen zu stärken. Somit trägt die Zakât zu einer friedlichen und ausgewogenen Gesellschaft bei.
Verehrte Geschwister,
zu den verpflichtenden Spenden gehört an erster Stelle die Fitr-Abgabe, die lediglich im Ramadan gezahlt werden muss. Jedoch ist es Tradition, auch die Zakât, die normalerweise zu einer anderen Zeit gezahlt werden kann, im Ramadan zu entrichten. Auf diese Weise möchte man den Segen des Fastenmonats steigern. Doch dadurch wird auch dazu beigetragen, dass arme und bedürftige Menschen einen unbeschwerten Ramadan erleben können. So ist der Ramadan – der Monat des Fastens und des Korans – der Monat der Gottesdienste. Die Muslime erhoffen sich, das Ramadanfest am Ende des Fastenmonats, von allen Sünden befreit zu sein.
Der Prophet sagte: „Wenn der Ramadan beginnt, werden die Tore der Himmel geöffnet, die der Hölle geschlossen und die Teufel in Ketten gelegt.“ (Buchârî, Sawm, 5) In einer Überlieferung von Ibni Abbâs heißt es: „Der Gesandte Gottes war der großzügigste unter uns. Der Ramadan, in der Gabriel oft zu ihm kam, war die Zeit, in der er am großzügigsten war. Gabriel traf sich jede Nacht mit ihm und sie rezitierten den Koran, bis zum Morgengrauen – oder bis der Ramadan vorüber war.” (Buchârî, Sawm, 7) Anas (ra) berichtet: „Der Gesandte Gottes wurde gefragt: „Welche Sadaka ist am verdienstvollsten?“ „Die Sadaka, die im Ramadan gegeben wird.“, antwortete er.“ (Tirmizî, Zakât, 28)
Verehrte Muslime,
im Lichte der genannten Verse und Hadîthe ist es nicht schwer, zu erkennen, dass der Ramadan der Monat des Fastens, des Korans, der Zakât, der Sadaka und des Infâk ist. Es ist ein Monat, in dem der Muslim, durch die Verrichtung dieser Gottesdienste, das Paradies gewinnen kann. Wir leben in einer Zeit, in der sehr viele Menschen von Armut betroffen sind, während andere in Saus und Braus leben, als ob sie diese Menschen nicht wahrnehmen würden. Deshalb müssen wir Muslime uns bemühen, diesen armen und bedürftigen Menschen Hoffnung zu geben. Mit diesem Bewusstsein müssen wir die Zakât zahlen und spenden. Unser Verband hat bereits in den ersten Tagen des Ramadan damit begonnen, diese Gottesdienste im Auftrag der Musliem zu verrichten und bedürftigen Menschen zu helfen. All unsere Geschwister sind aufgerufen, diese Arbeit zu unterstützen und somit ihren Beitrag zu leisten. Wenn erforderlich müssen wir jeden einzeln aufsuchen und zur Teilnahme an der Kampagne ermutigen. Auch von den Medien, die unsere Zentrale hat anfertigen lassen, sollten wir Gebrauch machen. Wir bitten Allah, dass er den Muslimen einen gesegneten Ramadan beschere und möchten unsere Hutba mit einem Vers beenden: „…Und Allah sprach: „Siehe, Ich bin mit euch. Fürwahr,wenn ihr das Gebet verrichtet und die Steuer zahlt und Meinen Gesandten glaubt und ihnen helft und Allah eine schöne Anleihe leiht,wahrlich, dann decken Wir euere Missetaten zu. Und wahrlich, dann führen Wir euch in Gärten ein, durcheilt von Bächen. Wer von euch hiernach nicht glaubt, ist vom rechten Weg abgeirrt.“ (Sure Mâida, [5:12])