Freitag 02. Oktober 2009
Hutba – Unsere Kinder

„Seid gut zu euren Kinder und versorgt sie gut. Erzieht sie in der besten Weise.” (Ibni Mâdscha, Âdâb, 368, Bd. II/1211)

Verehrte Muslime,

unsere Kinder gehören zu dem Wertvollsten, das uns Gott gegeben hat. Dementsprechend haben wir Verpflichtungen gegenüber dieser Gabe Gottes, an oberster Stelle kommt hierbei eine gute Erziehung. Unsere Bemühungen werden schließlich reichlich belohnt werden, wenn wir der Verantwortung gegenüber unseren Kindern nachkommen. Im Koran heißt es dazu: „Und wisset, dass euer Besitz und eure Kinder nur eine Versuchung (Prüfung) sind, aber gewaltiger Lohn bei Allah ist.“ (SureAnfâl , [8:28]) Unser Prophet erinnerte uns indes mit folgenden Worten an unsere Verantwortung gegenüber unserem Nachwuchs: „Ihr alle seid Führer und verantwortlich für die, die ihr führt.“ (Rijâzus Salihîn, S. 281, Hadîth Nr. 657), „Seid gut zu euren Kinder und versorgt sie gut. Erzieht sie in der besten Weise.” (Ibni Mâdscha, Âdâb, 368, Bd. II/1211)

Verehrte Geschwister,

unsere wichtigste Aufgabe in Bezug auf unsere Kinder ist es also bei ihnen eine gute Erziehung angedeihen zu lassen, um ihnen ein Leben gemäß dem Willen Gottes zu ermöglichen. Ein guter Charakter (Achlâk) wird in erster Linie in der Familie geformt. Kinder lernen und eignen sich das Verhalten ihrer Eltern an. Die Handlungsweisen und der Lebenswandel der Eltern haben einen Einfluss auf die zukünftige Lebensführung des Kindes. Kinder, die in einer harmonischen Familie aufwachsen, werden keine großen Probleme haben, ihr Leben in dieser Weise zu meistern. Andererseits kann festgestellt werden, dass kriminelle Kinder und Jugendliche meistens aus instabilen Familienverhältnissen kommen. Es ist nicht nur wichtig, dass wir ein geordnetes Familienleben führen, sondern auch über die sozialen Kontakte unserer Kinder informiert sind, um sie vor allen möglichen Gefahren des Lebens zu schützen. Dies würde nämlich nicht nur ihr Leben im Diesseits erschweren, sondern auch Konsequenzen für das jenseitige Leben haben. Vor diesem Hintergrund muss folgendes Gebot des Korans verstanden werden: „O ihr, die ihr glaubt! Rettet euch und euere Familien vor dem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind.“(SureTahrîm, [67:6]) Als dieser Vers offenbart wurde, fragte Umar den Gesandten Gottes: „O Gesandter Gottes! Wir können uns selbst vor dem Feuer retten. Doch wie sollen wir unsere Kinder retten?“ Der Gesandte Gottes antwortete: „Ihr werdet sie retten, wenn ihr ihnen verbietet, was Allah euch verboten hat und ihnen gebietet, was Allah euch geboten hat.“ (Tafsîr von Elmalili, Hak Dini Kuran Dili, VII/5122)

Verehrte Muslime,

auch weil nun die Schule wieder begonnen hat, möchten wir schließlich mit Nachdruck auf die Wichtigkeit einer guten Bildung hinweisen. Es reicht nicht aus, dass der Schulbesuch unserer Kinder gewährleistet ist. Vielmehr ist es erforderlich, dass wir Interesse an ihrem Schulleben zeigen, ihnen behilflich sind und sie motivieren. Denn sie sind unsere Zukunft. Abschließend sei noch ein bekannter, da bedeutender Hadîth erwähnt: „Ein Vater kann seinem Kind kein besseres Erbe hinterlassen als eine gute Erziehung.”(Tirmizî, Bir, Hadîth Nr. 1953, Bd. IV/338)

nach oben zurück

 

 

Freitag 25. September 2009
Hutba – Tag der offenen Moschee 2009

An diesem Tag soll es keine Hürden und keine Hemmnisse geben, die daran hindern sich gegenseitig kennenzulernen. An diesem Tag möchten wir den Menschen in unserer Stadt, unseren Nachbarn, unseren Mitbürgern, die Gelegenheit geben uns kennenzulernen und sich ein eigenes Bild von uns zu machen.

Verehrte Muslime,

unser Prophet, der Gesandte Gottes Muhammad (saw), hat uns nahegelegt, gute Beziehungen zu unseren Nachbarn zu unterhalten. Dies gilt ohne Zweifel auch für unsere Nachbarn, die einer anderen Religion angehören. In einem Hadîth (Dschamîus Sagîr, S. 222, Nr. 3656) weist uns unser Prophet darauf hin, dass es drei Arten von Nachbarn gibt, nämlich solche, denen gegenüber wir eine, zwei oder drei Verpflichtungen haben. Zu den Nachbarn, denen gegenüber wir zu einer guten Nachbarschaft verpflichtet sind, gehören jene, mit denen wir nicht dieselbe Religion teilen und mit denen wir nicht verwandt sind. Die anderen zwei Gruppen sind der Reihenfolge nach jene, die auch Muslime sind aber nicht zu unseren Verwandten gehören und schließlich diejenigen Nachbarn, die Muslime sind und mit denen wir verwandt sind. Die Rechte und Pflichten der Nachbarschaft gehören zu den wichtigsten Regeln des gesellschaftlichen Lebens. Der Gesandte Gottes sagte: „Dschibrîl hat die Nachbarn so oft betont, dass ich dachte, sie würden auch zu den Erben gezählt werden.“(Buchârî, Adab, 28)

Verehrte Geschwister,

wir leben in einer Zeit, in der Kommunikation und Austausch eine die Gesellschaft tragende Rolle spielen. Man redet oft vom sprichwörtlichen globalisierten Dorf. Diese augeprägte Kultur der offenen Kommunikation kann unter anderem dazu beitragen, dass Fremde näherzubringen – und zu diesem Fremden gehören der Islam und die Muslime leider immer noch. Die Kultur der offenen Kommunikation erleichtert uns, den Kontakt zur Gesellschaft herzustellen und unsere Botschaft zu vermitteln. Und wie dies zu geschehen hat, lehrt uns der Koran: „Und sage meinen Dienern, sie sollen stets freundlich sprechen.“ (SureIsrâ, [17: 53]) „Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise...“ (SureNahl, [16:125] )

Verehrte Muslime,

seit 13 Jahren findet nun traditionell am 3. Oktober der Tag der offenen Moschee statt. Ausgehend von der Erkenntnis, dass wer seine Tür öffnet auch sein Herz öffnet, suchen zahlreiche Moscheegemeinden im gesamten Bundesgebiet das Gespräch mit den Bürgern der Stadt und stellen sich und ihre Aktivitäten vor. An diesem Tag soll es keine Hürden und keine Hemmnisse geben, die daran hindern sich gegenseitig kennenzulernen. Die Vorbereitungen für diesen Tag sind zum größten Teil bereits abgeschlossen. An diesem Tag möchten wir den Menschen in unserer Stadt, unseren Nachbarn, unseren Mitbürgern, die Gelegenheit geben uns kennenzulernen und sich ein eigenes Bild von der Moschee und dem muslimischen Leben zu machen. Das Motto des diesjährigen Tages der offenen Moschee lautet: „Moscheen – Ein fester Teil der Gesellschaft. 60 Jahre Bundesrepublik und die Muslime.“ Damit soll auf unsere Verwurzelung in diesem Land hingewiesen und das Potenzial unserer Moscheen verdeutlicht werden. Dieses Potenzial gilt es am Tag der offenen Moschee darzulegen.

In diesem Sinne sollten wir unsere Moschee auf diesen Tag vorbereiten. Wir sollten unsere Gäste in gewohnter Gastfreundschaft empfangen, Bekanntschaften pflegen und Freundschaften auffrischen. Wir sollten uns die Freundlichkeit und das Zuvorkommen des Gesandten Gottes zum Vorbild nehmen, mit dem er eine christliche Gruppe aus dem Nadschran empfing und bewirtete. Unter anderem stellte er ihnen auch die Moschee für ihre Gebete zur Verfügung. Schießlich sollten wir folgende Worte unseres Propheten nicht vergessen: „Ein Muslim ist jener, der gut mit anderen gut auskommt und mit dem man gut auskommt. Bei dem, der mit anderen nicht gut auskommt und mit dem kein gutes Auskommen ist, ist nichts Gutes.“ (Dschamîus Sagîr, S. 548, Nr. 9146)

nach oben zurück

 

 

Freitag 18. September 2009
Hutba – Am Ende des Ramadans

„Wer im Ramadan fastet und diesem im Schawwal sechs Tage anhängt, der ist so, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“ (Muslim, Sijâm, 204, 1164)

Verehrte Muslime,

in diesen letzten Tagen des Ramadans fühlen wir eine verhaltene Freude in unseren Herzen. Wir freuen uns, da wir ein Gebot Gottes erfüllt haben, unsere Freude ist aber verhalten, da der gesegnete Ramadan bald endet. Wie glücklich dürfen sich doch diejenigen schätzen, die den Ramadan zu nutzen wussten!

Verehrte Geschwister,

der Ramadan ist nun bald vorbei. Ein weiterer Monat der Lebenszeit, die uns Gott gegeben hat, ist verstrichen. Genauso wie die Tage des Ramadans vergangen sind, so wird auch unser Leben eines Tages zu Ende gehen und wir werden ein anderes Leben beginnen. Eine wichtige Voraussetzung um im Jenseits glücklich zu werden, ist die Verrichtung der Gottesdienste (pl. Ibâdât). In einer der kürzesten Suren des Korans, nämlich der SureAsr, lehrt uns unser Herr wie wir unser Leben gestalten sollten: „Bei der Zeit! Der Mensch kommt ins Verderben, außer denen, welche glauben und Gutes tun und sich gegenseitig zur Wahrheit anhalten und sich gegenseitig anhalten zur Geduld.“ (SureAsr, [103:1-3]) Mit dieser Sure vor Augen sollten wir uns bemühen, Gutes zu tun, solange wir noch in der Lage dazu sind.

Verehrte Muslime,

der Mensch ist wertvoll bei Gott, weil er an ihn glaubt. Unser Glaube wächst mit unseren Gottesdiensten. Wenn wir auf der Seite der Wahrheit stehen, diese annehmen und verteidigen, unsere Dienerschaft gegenüber Gott erfüllen, dann gehören wir zu denen, die dem Verderben entrinnen können. In der Sure wird auch von Geduld gesprochen. Geduld ist erforderlich, um das Erreichte zu bewahren. Man kann sagen: Die Geduld ist für den Glauben (Îmân) das, was der Kopf für den Körper ist. Wenn wir uns im Ramadan in Geduld geübt haben, werden wir auch alles andere bewahren können.

Nun kommt es nämlich darauf an, die im Ramadan erworbenen Eigenschaften beizubehalten. Dazu gehört an erster Stelle die Lektüre des Korans fortzuführen. Genauso verhält es sich mit dem Gebet (Salâh). Es ist notwendig diesen Gottesdienst sorgfältig zu pflegen, denn das Gebet ist quasi die Versicherung des Glaubens. Nach Möglichkeit sollten wir auch damit fortfahren den weniger wohlhabenden und bedürftigen Menschen in unserer Umgebung und auf der Welt mit unseren Spenden zu helfen. Wir sollten unseren Charakter formen und Tugenden wie Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit und Gottesfurcht (Takwâ) festigen. Denn vor Gott zählt nur die Gottesfurcht. Die Atmosphäre der Geschwisterlichkeit sollten wir aufrecht zu erhalten versuchen. Außerdem ist es wichtig nur Erlaubtes zu essen und sich von allem Verbotenen fernzuhalten.

Verehrte Geschwister,

das Fasten lässt uns am eigenen Leib spüren, wie es ist zu hungern. In dieser Hinsicht ist der Ramadan die Zeit, in der man die Situation von Armen und Bedürftigen zumindest für eine begrenzte Zeit nachvollziehen kann. Diese Erfahrung sollten wir auch in der Zeit außerhalb des Ramadans nicht vergessen. Die wohlhabenden unter uns sollten auch weiterhin viel spenden, um diesen Menschen unter die Arme zu greifen.

Dem Hadîth„Gottes Barmherzigkeit ist mit der Gemeinschaft“ (Kanz al-Ummâl, Bd. 1, 1027) Folge leistend sollten wir auch nach dem Ramadan regelmäßig in die Moschee gehen und die Beziehungen pflegen. Denn „In der Gemeinschaft liegt Barmherzigkeit, in der Trennung liegt Verderben.“ (Musnad, 4, 145), und gebietet Gott nicht im Koran„…seid mit den Wahrhaften!“ (SureTawba , [9:119])?

Verehrte Muslime,

nach dem Ramadan kommt der Monat Schawwal. Der Gesandte Gottes Muhammad (saw) hat gesagt: „Wer im Ramadan fastet und diesem im Schawwal sechs Tage anhängt, der ist so, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“(Muslim, Sijâm, 204, 1164) Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, sollten wir diesen Rat befolgen und im Schawwal fasten.

Am Ende des Monats Schawwal beginnt dann auch schon die Hadschsaison, und das Opferfest ist auch nicht mehr fern. Sowohl die Hadsch als auch das Opfern (Kurbân) sind Gottesdienste, die für jeden Muslim verpflichtend sind, die finanziell bzw. körperlich in der Lage dazu sind. Um unseren Geschwistern zu ermöglichen, diese Gottesdienste in bester Weise zu verrichten, organisiert die IGMG seit vielen Jahren sowohl Hadschreisen als auch die Opfertierkampagne. An diesen sollten wir uns nach Möglichkeit beteiligen. Möge Gott unsere Gottesdienste annehmen und uns zu seinen Dienern zählen.

nach oben zurück

 

 

Freitag 11. September 2009
Hutba – Die Kadr-Nacht erleben

„Wir haben ihn wahrlich in der Nacht der Bestimmung herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel herab und der Geist, mit der Ermächtigung ihres Herrn, mit jeglichem (göttlichen) Beschluss, Friede ist sie, bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“ (Sure Kadr, [97:1-5])

Verehrte Muslime,

die Kadr-Nacht steht unmittelbar bevor. In der Nacht des kommenden Dienstags auf den Mittwoch dürfen wir erneut die Nacht erleben, von der eine Sure des Korans handelt. Wir möchten schon jetzt all unseren Geschwistern über diese außerordentliche Nacht aufklären.

Im Koran heißt es über die Kadr-Nacht: „Wir haben ihn wahrlich in der Nacht der Bestimmung herabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. In ihr kommen die Engel herab und der Geist, mit der Ermächtigung ihres Herrn, mit jeglichem (göttlichen) Beschluss, Friede ist sie, bis zum Anbruch der Morgendämmerung.“(SureKadr, [97:1-5]) Die Kadr-Nacht ist also eine besondere Nacht, weil in ihr die Herabsendung des Korans begann und die Gottesdienste (pl. Ibâdât), die in der Kadr-Nacht verrichtet werden um ein Vielfaches verdienstvoller sind, als zu anderen Zeiten. Außerdem teilt Gott in dieser Nacht den Engeln mit, wer bis zur nächsten Kadr-Nacht auf die Welt kommt, stirbt und wem ähnliches widerfährt. (Tadschrîdi Sarîh-Übersetzung, VI, 312)Wie wir der Sure weiter entnehmen können, werden die Engel Gottes unter der Leitung des Engels Dschibrîl (Gabriel) auf die Erde kommen und bis zur Morgendämmerung dort verweilen. Die Engel werden Gott jede gute Tat und jeden Gottesdienst mitteilen. Bezüglich den Gottesdiensten in dieser Nacht sagte unser Prophet: „Wer aus reinem Glauben und den Lohn von Gott erwartend in der Kadr-Nacht betet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.”(Buchârî, Kadr, 1)

Verehrte Geschwister,

wie sollen wir nun diese außerordentliche Nacht verbringen? Wir sollten die Kadr-Nacht unbedingt innerhalb der Gemeinschaft in der Moschee erfahren. Wir sollten viel aus dem Koran lesen oder Koranrezitationen zuhören und Bittgebete (Duâ) sprechen. Sufjân as-Sawrî, einer unserer großen Gelehrten sagte einmal: „Bittgebete zu sprechen und um Vergebung zu bitten, ist in der Kadr-Nacht besser als Gebete zu verrichten. Noch besser ist es erst aus dem Koran zu lesen und dann Bittgebete zu sprechen.“ (Tadschrîdi Sarîh-Übersetzung, VI, 313) Aischa fragte einmal den Gesandten Gottes: „Wie soll ich in der Kadr-Nacht beten?“ Dieser antwortete: „Bete: Allâhumma innaka afuwwun, karîmun tuhibbul afwa fa’fu annî: O Allah, Du bist der Verzeihende, der Großzügige. Du magst es zu vergeben, vergib auch mir.“ (Tadschrîdi Sarîh-Übersetzung, VI, 314)

Dieses Gebet sollten wir auch sprechen. In unsere Bittgebete sollten wir unsere Familien, Nachbarn, Verwandten und all unsere Geschwister einschließen. Wir sollten für die Genesung der Kranken, die Befreiung der Unterdrückten und das Ende des Blutvergießens in der Welt beten.

Verehrte Muslime,

neben diesen Gottesdiensten sollten wir uns auch nach Kräften an Spendenaktionen beteiligen. Zu diesen gehört beispielsweise die Solidaritäts-Kampagne für arme und unterdrückte Menschen, die traditionell in der Kadr-Nacht durchgeführt wird. Mit unseren Bittgebeten und unseren Spenden werden wir versuchen, das Leid unserer hilfsbedürftigen Geschwister auf der Welt zu lindern, auch wenn unsere Hilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Wir möchten noch einmal all unseren Glaubensgeschwistern zur Kadr-Nacht gratulieren und beten, dass uns Gott zu denen zählt, die diese Nacht in gebührender Weise verbringen.

nach oben zurück

 

 

Freitag 04. September 2009
Hutba – Moscheen und Gemeinschaft

„Gott bereitet demjenigen, der morgens und abends die Moschee aufsucht, für jedes Kommen und Gehen einen Platz im Paradies.“ (Rijâz as-Salihîn, 2/379, Hadîth Nr. 1057

Verehrte Muslime,

im Koran heißt es: „Und die Dschinn und die Menschen habe ich nur dazu erschaffen, dass sie mir dienen.“ (SureZârijât , [51:56]) An erster Stelle dieses Gottesdienstes (Ibâda), steht das Gebet (Salâh). Dieses kann sowohl individuell, als auch in der Gemeinschaft verrichtet werden. Den Worten unseres Propheten (saw) zufolge ist das gemeinschaftliche Gebet 27 Mal verdienstvoller als das individuelle. Um die Wichtigkeit des gemeinschaftlich verrichteten Gebets zu verdeutlichen, ließ der Gesandte Gottes zuerst die Moschee bauen und erst danach seine eigene Wohnstätte. Denn Moscheen spielen im Islam eine bedeutende Rolle, als Orte des Gebetes, des Wissens, der Erziehung und der Besinnung. Über die Moscheen heißt es im Koran: „Auch die Moscheen gehören Allah. So ruft niemand außer Allah an.“ (Sure Dschin, [72:18])

„O ihr Kinder Adams! Zieht euch fü jede Gebetsstätte schön an und esst und trinkt, aber schweift nicht aus. Siehe Er liebt die Ausschweifenden nicht.“ (Sure Âraf, [7:31]

Verehrte Geschwister,

wie den Versen zu entnehmen ist, sind Moscheen also sehr wichtig. Denn die Moschee gilt als „Haus Gottes“. In einem Hadîth werden Moscheen als Orte bezeichnet, die Gott am liebsten sind (Muslim, Salâh, 53). Wenn dies so ist, sollten wir auch darauf achten, die Moschee von allem fernzuhalten, was die Gemeinschaft stören könnte und der Atmosphäre der Moschee nicht dienlich ist. Auch die Errichtung einer Moschee wurde vom Propheten gelobt und gefördert. Er sagte: „Unter den Dingen, die dem Gläubigen auch nach seinem Tod nutzen, ist Wissen, das er verbreitete, ein gutes Kind, ein Koranexemplar, das er vererbte, ein Gebetsraum, den er errichtete, eine Ruhestätte, die er für Reisende einrichtete, eine Wasserquelle, für dessen Entstehung er sorgt, und die Spenden (Sadaka), die er gab, als er gesund war. Was er auch von diesen Dingen getan hat, er wird auch nach seinem Tod für diese weiterhin belohnt werden.“ (Ibni Mâdscha, Mukaddima, 20)

Verehrte Muslime,

mit der Errichtung ist selbstverständlich nicht nur der Bau gemeint, sondern auch die Fortführung nützlicher Dienste in der Moschee. In der Moschee soll gebetet werden, die Religion gelehrt werden, zum guten Charakter, zur Aufrichtigkeit und Barmherzigkeit, zu Respekt, Geschwisterlichkeit und Ehrenhaftigkeit erzogen werden. In diesen Tagen, in denen wir fast schon die Hälfte des Ramadan hinter uns gelassen haben, sollten wir uns diese Funktionen der Moschee noch einmal vergegenwärtigen. Wir sollten – angefangen bei uns selbst – prüfen, inwieweit die Gebete, sei es das Freitagsgebet, seien es die täglichen Gebete oder die Tarâwih-Gebete, im Zentrum unseres Alltags stehen. Ferner sollten wir den Ramadan nutzen, um unsere Zakât- und Fitra-Abgaben zu entrichten, um somit einen weiteren Gottesdienst geleistet zu haben. Wir sollten auch unsere Familien und Bekannten motivieren, vom Segen des Ramadan, der Belohnung der Tarâwih-Gebet und der Atmosphäre der Iftâr-Einladungen zu profitieren, um somit die Seele der Gemeinschaft zu beleben. Es ist erforderlich, dass wir uns gegenseitig zum Guten einladen und vom Schlechten fernhalten. Schließlich sollten wir folgenden Hadîth nicht vergessen: „Gott bereitet demjenigen, der morgens und abends die Moschee aufsucht, für jedes Kommen und Gehen einen Platz im Paradies.“ (Rijâz as-Salihîn, 2/379, Hadîth Nr. 1057)

nach oben zurück